Baden
«O ja, genau!» - Phenomden brilliert am letzten Konzert der Tour

Rund 1000 Musikbegeisterte sind ins Nordportal gekommen, um den Reggae-Star Phenomden zu sehen. Es ist die Derniere der «Eiland»-Tour, die wie das gleichnamige Album mit 18 ausverkauften Konzerten in der ganzen Deutschschweiz grossartig gelungen ist.

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Phenomden in Aktion im Nordportal.

Phenomden in Aktion im Nordportal.

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Nordportal Mehrmals entfährt dem Reggae-Shooting-Star aus dem Zürcher Wiedikon sein Leitspruch, sein Schlachtruf: «O ja, genau!» Dieser bringt die Energie zum Ausdruck, die Spontanität und Natürlichkeit, die dem 32-jährigen Phenomden eigen sind – auch im Nordportal vor knapp 1000 Leuten. Er hüpft, tanzt, rudert mit den Armen, lacht und redet wie ein Maschinengewehr – alles ist Züridüütsch, aber nicht alles ist im Tempo des Phenomden-Grooves gleich gut verständlich. Eines dringt immer irgendwie durch: «DSunne schiint, ich läbe mis Läbe und bereue nüt!»

Gesangsunterricht auf Jamaika

Es ist die Derniere der «Eiland»-Tour, die – wie das gleichnamige Album – mit 18 ausverkauften Konzerten in der ganzen Deutschschweiz grossartig gelungen ist. Im Nordportal machen sich die Tour-Routine der Scrucialists (Phenomdens Band) und die nahezu perfekten technischen Voraussetzungen bemerkbar: Das schwofende Publikum hört kristallklaren Sound, sieht eine coole Lichtshow, fühlt präzise Grooves im Zwerchfell. Bass und Beats kommen stilecht mit Macht, aber ohne Übermacht.

Phenomden in Aktion
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Phenomden in Aktion
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Die Gitarre ist abgesehen von wenigen unauffälligen Solos nur zur Unterstützung der diversen Elektronika da. Letztere geben dem Phenomden-Reggae seine Effekte, seinen spacigen Boden und seinen – «Ja-man!» – jamaikanischen Style. Seine Stimme, der Mann hat auf Jamaika immerhin Gesangsunterricht genommen, hätte hingegen ruhig etwas mehr in den Vordergrund gemischt werden dürfen.

Im Herbst ist Phenomden von einem Jamaika-Jahr zurückgekommen. Er hat Land, Kulturen und Klischees kennen gelernt und verarbeitet auf «Eiland» seine Eindrücke. Die Fans lassen sich anstecken vom Fernweh, seinen Reiseschilderungen, am Ende aber auch von seinen Bekenntnissen zu seinem Schweizer Alltag: «Alles, woni bi, bini wäge mine Roots.» «Eiland» – kurz nach Erscheinen auf Platz vier in die Schweizer Hitparade eingestiegen – trägt den Musiker weiter hoch auf der Erfolgsleiter. Sogar einen kleinen Ticket-Schwarzmarkt gibt es vor dem Nordportal. Wie bei den ganz Grossen – «o ja, genau!».

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