Siggenthal

Ob Stadt-Kind oder Landei: Die Interessen sind dieselben

Tine Mudri vor dem Jugs.  FEI

Tine Mudri vor dem Jugs. FEI

Tine Mudri verlässt nach fünf Jahren das Jugendnetz und geht nach Zürich. Die soziokulturelle Animatorin freut sich auf eine neue Herausforderung, leicht gefallen ist ihr der Abschied jedoch nicht.

Eigentlich wollte sie ja ins Ausland – nun geht sie nach Zürich: Die Soziokulturelle Animatorin Tine Mudri hat das Jugendnetz Siggenthal nach fünfjähriger Tätigkeit verlassen. «Natürlich fiel mir der Abschied schwer. Ich habe viele Jugendliche kennen gelernt und eine Beziehung zu ihnen aufgebaut», so Mudri. Mit dem Abschluss ihres Studiums, das sie parallel zu ihrer Arbeit beim Jugendnetz absolvierte, wäre der Zeitpunkt für eine längere Reise ideal gewesen. Wäre.

Dazwischen gekommen ist Tine Mudri das Kino Royal. Sie ist im Vorstand des Trägervereins «Kulturbetrieb Mon Royal», der den sofortigen Abriss des alten Kinos verhinderte und den Raum als Kulturbühne nutzen wird. «Aus diesem Grund habe ich auf die Reise verzichtet.»

Eine neue Stelle fand Tine Mudri beim Gemeinschaftszentrum (GZ) Buchegg in Zürich. Obwohl ihr der Abschied vom Jugs (Jugend- und Kulturhaus Siggenthal) nicht leicht fiel, freut sie sich auf die neue Herausforderung: «Ein GZ hat sehr unterschiedliche Anspruchsgruppen – das wird bestimmt spannend.» Bisher hat sie ausschliesslich mit Jugendlichen gearbeitet. An ihrem neuen Arbeitsort werden Kinder, Familien und Senioren dazukommen – die gesamte Quartierbevölkerung.

Stadt oder Land spielt keine Rolle

Erhebliche Unterschiede zwischen Siggenthaler und Zürcher Jugendlichen erwartet Mudri nicht: «Die wichtigen Themen sind bei den meisten dieselben.» Liebe, Sexualität und Erwachsenwerden beschäftigen sowohl die jungen Leute aus der Stadt als auch diejenigen vom Land.

Zudem besteht auch in Siggenthal die Nähe zur Stadt: «Baden ist sehr nahe, ab 16 Jahren wird das ein Thema», erzählt Mudri. Sie sehe kein Problem, wenn es die Jugendlichen eher in die Stadt zieht, anstatt ins Jugendhaus: «Im Gegenteil, wir weisen sogar auf Veranstaltungen der Jugendarbeit Baden hin.» Die verschiedenen Jugendarbeitsstellen der Region seien sehr gut vernetzt und es finde ein regelmässiger Austausch statt. Von Konkurrenz könne nicht die Rede sein.

Gute Überlebenschancen

Obwohl es immer mehr Alternativ-Angebote gibt, prognostiziert Mudri den Jugendhäusern und Gemeinschaftszentren gute Überlebenschancen: «So lange es Menschen gibt, braucht es auch solche Zentren.» Wichtig sei dabei, dass man mit der Zeit gehe. Mit dem sozialen Wandel verändern sich auch die Bedürfnisse der Gesellschaft. Mussten die Jugendlichen in den 80er-Jahren noch um Räume kämpfen, stehen ihnen diese heute oft zur freien Verfügung.

«Den Jugendlichen geht es in erster Linie klar um den Spass und ums Zusammensein», sagt Mudri. Dass man sie aber nicht als desinteressierte Party-Gesellschaft bezeichnen sollte, zeigt folgendes Beispiel: «Eine Gruppe Jugendlicher möchte selbstständig eine interreligiöse Gesprächsrunde durchführen». Natürlich seien aber die Veranstaltungen auch wichtig, wie die gut besuchte «Beach ’n’ Pool Party» zeigte. Jedoch haben die Jugendlichen auch da nicht nur gefeiert: «Sie haben sowohl bei der Vorbereitung als auch beim Abbau mitgeholfen.»

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