Es gilt, eines zu klären: Die Frage, ob Daniel H. eine lebenslängliche Verwahrung bekommen soll und nicht, wie vom Bezirksgericht angeordnet, eine «normale» Verwahrung.

Im Februar 2012 sprach das Bezirksgericht Baden das Urteil für Daniel H. Er wurde des Mordes schuldig gesprochen und bekam eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Zudem wurde eine «normale» Verwahrung angeordnet. Im März 2009 hatte er das Au-pair-Mädchen Lucie Trezzini in seiner Wohnung in Rieden bei Baden ermordet.

Das Gericht betonte damals, dass sowohl bei einer «normalen» Verwahrung wie auch bei einer lebenslangen Verwahrung der Täter auf unbestimmte Zeit eingesperrt werde. Nur sei es bei der lebenslangen Verwahrung praktisch unmöglich, entlassen zu werden. Bei einer «normalen» Verwahrung besteht die minime Chance, in Freiheit zu kommen. Denn die Behörden müssen die «normale» Verwahrung regelmässig überprüfen (siehe Box).

Nun muss die Frage geklärt werden, ob Daniel H. noch therapierbar ist oder nicht. Das Bezirksgericht konnte aus den beiden Gutachten keine eindeutige Aussage über eine mögliche Nicht-Therapierbarkeit von Daniel H. finden.

Therapierbarkeit definieren

Wie Strafrechtsprofessor Martin Killias nach der Urteilsverkündung im Februar sagte, gelte es zu definieren, was der Wortlaut «dauerhaft nicht therapierbar» bedeute. Dieser steht im Absatz zur lebenslangen Verwahrung im Schweizerischen Strafgesetzbuch.

Der Pflichtverteidiger von Daniel H., Matthias Fricker, verzichtete darauf, das Urteil seines Mandanten weiterzuziehen. Damit akzeptierten er und Daniel H. das Urteil. Der zuständige Staatsanwalt, Dominik Aufdenblatten, war hingegen mit dem Urteil nicht einverstanden und zog es weiter ans Aargauer Obergericht. Sein Ziel: Er will heute Donnerstag eine lebenslange Verwahrung für den Mörder von Lucie Trezzini. Auch Lucies Eltern und ihre Geschwister legten danach mit demselben Ziel Berufung ein.