Die Steuereinnahmen sind erneut zurückgegangen. Diesmal um 170 000 Franken. «Nur dank Einsparungen, einer unerwarteten Rückerstattung und zeitlichen Verschiebungen schliesst die Rechnung rund 110 000 Franken besser als budgetiert. Trotz einzelner Abweichungen zum Budget fiel das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen aus», so der Gemeinderat. Erstmals wurde die Rechnung nach dem harmonisierten Rechnungsmodell (HRM 2) erstellt.

Steuerertrag weiter gesunken

Der kontinuierliche Rückgang des Steuerertrages hat sich auch im Jahr 2014 fortgesetzt. Die Ursache liegt bei vermehrten Abzügen von Liegenschaftsunterhalts- und Krankheitskosten oder Einkäufen in Pensionskassen. Aber auch die Folgen der Unternehmenssteuerreform II und die Überalterung akzentuieren sich weiter.

Im Vergleich zum Budget liegt der Ertrag der Gemeindesteuern rund 553 000 Franken oder 4,6 Prozent tiefer. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Rückgang 170 000 Franken oder 1,5 Prozent.

Die Analyse des Steuerertrages pro Steuerpflichtigen bestätigt die negative Entwicklung bezüglich des Steuerertrages. Betrug der Steuerertrag im Jahr 2008 noch 5312 Franken pro steuerpflichtige Person, lag dieser im Jahr 2014 noch bei 4616 Franken pro Person, dies bei identischem Steuerfuss von 83 Prozent. Das Minus von 13,1 Prozent vermochte auch die um 12 Prozent gestiegene Anzahl steuerpflichtiger Personen in Oberrohrdorf nicht zu kompensieren.

4,7 Millionen Franken Schulden

«Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Einwohnergemeinde ist klar ungenügend», stellt der Gemeinderat fest. Ausgenommen davon sind die spezialfinanzierten Betriebe. Dies kann zu Problemen bei der Finanzierung der Investitionen oder beim Schuldenabbau führen.

Die Nettoschulden betrugen Ende 2014 4,7 Millionen Franken. Sie sind, so der Gemeinderat, auf Investitionen zurückzuführen. Damit ist aus dem Nettoguthaben von 600 000 Franken im Jahr 2013 eine Nettoschuld von 4,7 Millionen Franken per Ende 2014 geworden. Zum ersten Mal seit 2003 hat Oberrohrdorf Schulden.

Im Jahr 2014 investierte die Gemeinde brutto 6,65 Millionen Franken. Davon entfällt der Hauptteil mit rund
4,9 Millionen Franken auf den Gemeindebeitrag an das Oberstufenschulzentrum Niederrohrdorf und die Sanierung der Kantonsstrasse. Dazu kommen rund 900 000 Franken für neue Werkleitungen, die Strassenbeleuchtung und Buswartehäuschen auf der Kantonsstrasse.

Die Bilanz von Oberrohrdorf weist per 31. Dezember 2014 Aktiven und Passiven von 77,99 Millionen Franken auf. Damit hat sich die Bilanz innert Jahresfrist von 18,44 Millionen Franken markant erhöht. Dies ist auf die gemäss HRM 2 neue Bewertung von Finanzvermögen und die Aufwertung des Verwaltungsvermögens zurückzuführen.