Petition
Oberrohrdorf löscht für ein Jahr die Lichter

Gemeinderat setzt Petition mit über 300 Unterschriften um: Die Beleuchtung wird versuchsweise für ein Jahr in der Nacht abgestellt.

Carla Stampfli
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Ab 1. November wird die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet. az/Symbolbild

Ab 1. November wird die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet. az/Symbolbild

Michael Hunziker

Nach Gemeinden wie Baden, Bellikon Künten und Remetschwil wird auch Oberrohrdorf die Strassenbeleuchtung in der Nacht abstellen. Wie der Gemeinderat mitteilt, hat er beschlossen, die Forderung der Petition «Mehr Sterne in Oberrohrdorf» für eine Versuchsperiode von einem Jahr umzusetzen.

Zur Erinnerung: Ende Juni hat die Spurgruppe Mensch und Umwelt eine Petition mit über 300 Unterschriften eingereicht. Damit will der Verein unter anderem erreichen, dass die Lichtverschmutzung reduziert wird, die Bevölkerung besser schlafen kann und nachtaktive Tiere ihren Weg auf Flügen und Wanderungen besser finden. Pflanzen sollen zudem ihren jahreszeitlichen Stoffwechsel behalten und es soll Energie und Geld gespart werden.

«Wir haben alle Vor- und Nachteile abgewogen», sagt Gemeindeammann Kurt Scherer (FDP). So werde das Versuchsjahr rund 6000 Franken kosten, wobei die Gemeinde die Stromsparkosten auf rund 1500 Franken beziffert. «Mit der Nachtabschaltung können wir nicht gross sparen. Doch es geht uns insbesondere darum, die Lichtverschmutzung einzudämmen. Und: Viele Gemeinden im Reusstal und auch Baden löschen die Lichter in der Nacht. Weshalb sollen wir es nicht auch tun?», sagt Scherer.

«Wir sind sehr glücklich»

Bei den Petitionären ist die Freude über die Umsetzung gross. «Wir sind sehr glücklich, dass der Gemeinderat unser Anliegen umsetzt und mithilft, die Lichtverschmutzung zu reduzieren», sagt Marcus Wanger, Präsident der Spurgruppe Mensch und Umwelt. Der Verein möchte in Oberrohrdorf und Umgebung das verantwortungsbewusste Denken und Handeln im Einklang mit der Natur und Umwelt fördern. Wanger freue sich, dass die Oberrohrdorfer Bevölkerung künftig Sterne sowie Sternschnuppen besser sehen könnte. «Die Natur, Pflanzen, Tiere und wir Menschen werden von dunklen Nächten profitieren», ist Wanger überzeugt. Die Spurgruppe hofft, dass der einjährige Versuch auf positive Rückmeldungen stösst.

Der Versuch wird am 1. November gestartet. Ab dann wird die Strassenbeleuchtung von 1.15 Uhr bis 5 Uhr morgens ausgeschaltet. Die Ausnahme bilden die Nächte von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag. «Oberrohrdorf wird auf dem ganzen Gemeindegebiet dunkel bleiben. Die Lichter werden sowohl auf den Gemeindestrassen als auch auf der Kantonsstrasse gelöscht», sagt Kurt Scherer.

Technische Anpassungen nötig

Damit die Strassenbeleuchtung abgeschaltet werden kann, sind technische Anpassungen an den Kandelabern nötig: Letztere wird die AEW Energie AG im Ortsteil Staretschwil vornehmen, die Elektra Oberrohrdorf im Ortsteil Oberrohrdorf. Die zuvor erwähnten notwendigen Anpassungskosten werden der Rechnung 2018 belastet.

«Nach dem Versuchsjahr werden wir bei der Bevölkerung eine Umfrage durchführen. Anhand der Reaktionen werden wir prüfen, ob wir die Nachtabschaltung beibehalten wollen oder den Pilotversuch einstellen», sagt Scherer.

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