Oberrohrdorf
Wohnhäuser, Läden und Café: So soll das geplante Zentrum auf der Bänkli-Wiese dereinst aussehen

Der Oberrohrdorfer Gemeinderat hat den Gestaltungsplan für die Überbauung genehmigt und Einwendungen abgewiesen. Entstehen soll demnach ein Dorfplatz mit Wohnungen und Gewerbe.

Sarah Kunz
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Mit Grossverteiler und Café: So soll die Bänkli-Wiese in Oberrohrdorf dereinst aussehen.

Mit Grossverteiler und Café: So soll die Bänkli-Wiese in Oberrohrdorf dereinst aussehen.

Visualisierung: Schoop de Santis Architekten

Auf der Bänkli-Wiese in Oberrohrdorf soll dereinst ein Ort des Aufenthaltes und der Begegnung entstehen, wo auch die täglichen Bedürfnisse gedeckt werden können. Mit diesem geplanten Projekt können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Einerseits besteht in der Gemeinde seit Jahren der Wunsch, einen Laden mit Gütern des täglichen Bedarfs zu erstellen. Andererseits hegen die Grundstückeigentümer – die Wetter Immobilien AG aus Busslingen – schon länger die Absicht, das knapp 4000 Quadratmeter grosse Gebiet unweit vom Gemeindehaus und der Zehntenscheune zu überbauen.

Im Herbst 2019 führte der Gemeinderat ein Mitwirkungsverfahren durch, im folgenden Sommer fand die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans statt. Dagegen gingen lediglich vier Einwendungen ein, eine davon wurde mittlerweile wieder zurückgezogen. Nun hat der Gemeinderat die restlichen drei Einwendungen in begründeten Entscheiden abgewiesen und den Gestaltungsplan mit Sondernutzungsvorschriften genehmigt.

Auf Anfrage zeigt sich Gemeindeammann Thomas Heimgartner (die Mitte) sehr erfreut. Er sagt:

«Die Bevölkerung hat das Projekt mehrheitlich positiv aufgenommen. Das ist schön. Denn auch wir freuen uns, dass die Wiese so überbaut wird, dass sie einen Nutzen für das Dorf bringen wird.»

Laut Heimgartner ist der gesamte Gemeinderat sehr zufrieden mit dem ausgearbeiteten Projekt.

Gewerbe soll sich im neuen Dorfplatz ansiedeln

Gemäss dem Plan der zuständigen Schoop de Santis Architekten aus Baden soll ein durch drei Einzelbauten eingefasster Dorfplatz als Begegnungsraum für verschiedene Aktivitäten entstehen. In diesem Zentrum befinden sich ein Spielplatz sowie die Eingänge zu den rund 20 Wohnungen, zu einem Café mit Aussenbestuhlung, zu weiteren Läden und zum Grossverteiler, der im ersten Untergeschoss sowie im Erdgeschoss auf rund 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche einziehen soll. Auf den Plänen der Architekten ist der Detailhändler Coop als zukünftiger Grossverteiler eingezeichnet. Wie Gemeindeammann Heimgartner sagt, steht aber noch nicht abschliessend fest, welcher Detaillist sich dort einmieten wird.

Die drei Baukörper sollen sich nahtlos in das Dorfbild einfügen.

Die drei Baukörper sollen sich nahtlos in das Dorfbild einfügen.

Schoop de Santis Architekten/AZ

Unabhängig vom zukünftigen Mieter ist geplant, dass die Kundschaft eine zweigeschossige Markt- oder Gemüsehalle auf dem oberen Niveau betritt und von dort aus via Treppenverbindung oder Lift in die eigentliche Verkaufsfläche gelangt. Der Eingang soll gezeichnet sein von einer grossen Loggia als überdachtem Aussenraum, der auch für den Verkauf im Freien genutzt werden kann. Im zweiten und dritten Untergeschoss der gesamten Überbauung befinden sich zudem die Einstellhalle mit etwa 110 Parkplätzen sowie die Gebäudetechnik.

Die Zufahrt zur geplanten Überbauung erfolgt gemäss den Plänen von der Kantonsstrasse via Buacherstrasse. Von dieser Strasse her soll auch die Anlieferung des Grossverteilers und den anderen Verkaufsgeschäften erfolgen. Durch die gesteigerte Nutzung ist ein Ausbau der Buacherstrasse erforderlich. Weil über die entsprechende Strasse zudem ein Hauptschulweg in beide Richtungen führt, ist im kritischen Abschnitt eine Verkehrstrennung vorgesehen. Wegverbindungen über den Platz sollen den Fussverkehr auf der Buacherstrasse zusätzlich entlasten.

Überbauung soll sich in Umgebung einfügen

Das Terrain der Bänkli-Wiese bildet topografisch eine Senke, eingefasst von der Stützmauer des Rings und von einer ehemaligen Moräne. In diese Umgebung soll sich die Überbauung harmonisch einfügen. Dies wird erreicht, indem die Gestaltung der Häuser an lockere Gesteinsblöcke erinnert, wie sie auf Moränen transportiert werden. Wie die zuständigen Architekten im Konzept schreiben, sind die Baukörper so geschliffen und modelliert, als wären sie vor Urzeiten vom Gletscher angeschwemmt worden und schon immer an diesem Ort gestanden.

In diese Umgebung der Bänkli-Wiese soll sich die geplante Überbauung nahtlos einfügen.

In diese Umgebung der Bänkli-Wiese soll sich die geplante Überbauung nahtlos einfügen.

Archivbild: Carla Stampfli

Auch die Umgebungsgestaltung der SKK Landschaftsarchitekten AG aus Wettingen nimmt die natürliche Umgebung in die Planung auf: Die Wiesenflächen des Aussichtspunktes sollen bis zum zentralen Platz und um die Bebauung fortgeführt und naturnah ausgestaltet werden. So sollen die Baukörper Teil der Wiesenlandschaft werden und wichtige Blickbeziehungen erhalten bleiben.

Nach der Verabschiedung des Gestaltungsplans durch den Gemeinderat hat die Bevölkerung nun noch bis Mitte August das Recht, dagegen Beschwerde bei der Rechtsabteilung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt zu erheben. Weiter muss die Bauherrschaft nach der Genehmigung des Gestaltungsplans durch den Regierungsrat noch ein Baugesuch einreichen. Dann kann das Baubewilligungsverfahren beginnen. Gemeindeammann Heimgartner vermutet, dass der Baustart jedoch nicht vor Fertigstellung des Strassensanierungsprojekts Ende 2022 erfolgen wird.

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