Rohrdorf
Oberrohrdorfer Verein baut ein Schulhaus für Jugendliche in Nigeria

Der Verein Solidaritätsfonds Amuluche (SA) aus Rohrdorf unterstützt ein Hilfsprojekte in Afrika. Mit Spenden und Pauschalbeträgen unterstützt der SA Hilfsprojekte in Nigeria. Insgesamt 36000 Franken wurden bisher gespendet.

Erna Lang-Jonsdottir
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Kinder sammeln alles, was für den Bau des Schulhauses in Eha Alumona gebraucht werden kann.zvg

Kinder sammeln alles, was für den Bau des Schulhauses in Eha Alumona gebraucht werden kann.zvg

In einem Schulhausgebäude mit Wänden und Dach sitzen und auf Lehrpersonen zählen dürfen, die zur Arbeit erscheinen – nichts Spektakuläres hierzulande. Doch was für uns täglich Brot, ist in Nigeria täglich Not. «Die Regierung investiert kaum Geld in die Bildung», weiss Hermann Kalt, Präsident des Vereins Solidaritätsfonds Amuluche (SA) in Oberrohrdorf.

Berufsschulen seien kaum vorhanden und handwerkliche Lehren schlecht organisiert. Dem wird entgegengewirkt: Mit Spenden und Pauschalbeträgen unterstützt der SA Hilfsprojekte in Nigeria (siehe Box). Insgesamt 36000 Franken wurden bisher gespendet.

Nigeria: Verein hilft der Jugend

Der Verein Solidaritätsfonds Amuluche in Oberrohrdorf fördert seit eineinhalb Jahren Hilfsprojekte in Nigeria; darunter sind Stipendien und der Bau von Schulgebäuden. Mit Pauschalbeträgen wird der Bau eines Hauses für Gottesdienste unterstützt. Entstanden ist die Idee für den Fonds in der Pfarrei Rohrdorf. Dies, nachdem Pfarrer Nnamani Amuluche während seines Aufenthaltes am Rohrdorferberg (2009-2010) öffentliche Vorträge sowie einen Nigeria-Abend abhielt.

«Amuluche zeigte die Schönheiten seines Heimatlandes auf, aber auch die Probleme, mit denen vor allem Jugendliche in der Ausbildung zu streiten haben», sagt Vereinspräsident Hermann Kalt. Bei diversen Anlässen sammelte die Pfarrei Rohrdorf 16 000 Franken, die Amuluche vor seiner Rückreise nach Nigeria (2010) übergeben wurden.

Daraufhin setzten sich Mitglieder der Pfarrei Rohrdorf zusammen und gründeten einen Verein, um die Hilfe weiterzuführen. Seither werden u.a. bei Anlässen wie dem Spaghetti-Essen oder dem Suppen-Zmittag Geld gesammelt. 20 000 Franken konnte der Verein bisher spenden. Am 13. März findet der nächste Suppen-Zmittag im Zentrum Gut Hirt in Niederrohrdorf statt. (elj)

Blindes Vertrauen

«Unser Ansprechpartner in Nigeria ist Pfarrer Nnamani Amuluche», erklärt Kalt. Amuluche sei ab 2009 für ein Jahr als Priester in der Pfarrei Rohrdorf tätig gewesen. «Er hat sehr viel Freude und Optimismus ausgestrahlt. Damit hat er uns berührt», erinnert sich Kalt. Amuluche habe erst nicht viel über die Probleme in Nigeria berichtet. «Er wollte nicht den Eindruck erwecken, zu betteln.» An einem öffentlichen Vortrag seien die Probleme in seinem Heimatland zum Thema geworden. Damit sei ein Stein ins Rollen gekommen.

Mit verschiedenen Projekten, Beiträgen vom Pfarreirat und mit Kollekten sammelte die Pfarrei Rohrdorf daraufhin für Amuluche. «Wir übergaben ihm bei seiner Abreise Ende 2010 einen Check von 16000 Franken», freut sich Kalt. «In der Folge entwickelten sich weitere Ideen, wie wir Amuluches Heimatpfarrei und der näheren Umgebung helfen könnten», sagt Kalt. Vom SA gefördert werden heute Hilfsprojekte für Stipendien, der Bau eines Schulhauses sowie ein Haus für Gottesdienste.

Amuluche könne blind vertraut werden. Er müsse Offerten für die Vorhaben einreichen, zudem verwalte er das Geld alleine. «Er nimmt es genau mit den Offerten und führt jeden Zementsack auf», sagt Kalt und schmunzelt. Zu den 16000 Franken habe der SA seit der Vereinsgründung noch 20000 Franken gespendet.

Unterricht startet im Winter

Trotz der finanziellen Unterstützung aus dem Aargau; Amuluche hat es mit der Umsetzung der Projekte nicht einfach. Die enorm schwankenden Preise für Baumaterial, die fehlenden Hilfskräfte und das teilweise kostenpflichtige Wasser verzögern die Fertigstellung der Gebäude. «Vor Weihnachten wurde Amuluche auf der Strasse ausgeraubt. Geld hatte er keines dabei», weiss Kalt. Trotz Problemen: «Der Unterricht im unteren Stock des neuen Schulhauses sollte im Winter starten», freut sich Kalt.

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