Obersiggenthal
Corona setzt Finanzen kaum zu: Erstaunlich gute Jahresrechnung

Obersiggenthal mit besserem Rechnungsabschluss 2020 als budgetiert – es gibt auch mittelfristig Gründe zur Hoffnung.

Pirmin Kramer
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Blick auf eine Wohnsiedlung in Obersiggenthal: Der Steuerertrag sank 2020 nur leicht.

Blick auf eine Wohnsiedlung in Obersiggenthal: Der Steuerertrag sank 2020 nur leicht.

Alex Spichale

Zwar hat die Gemeinde Obersiggenthal das Finanzjahr 2020 mit einem Minus von 341’000 abgeschlossen. Dennoch ist Finanzvorsteher und Gemeinderat Linus Egger (CVP) zufrieden. «Das Resultat ist besser ausgefallen als budgetiert, trotz Corona», sagt er. Budgetiert war – vor Ausbruch der Pandemie – ein Minus von einer halben Million Franken beim operativen Ergebnis. Wegen Corona rechnete der Gemeinderat mit einem zusätzlichen Rückgang des Steuerertrages um 2 Prozent. Egger:

«Dieses Szenario ist nun aber zum Glück nicht eingetroffen. Der Rückgang betrug im Jahre 2020 nur rund 1 Prozent.»

Konkret lagen die allgemeinen Gemeindesteuern rund 152000 Franken unter Budget. Für das Jahr 2021 rechnete der Finanzvorsteher ursprünglich mit einem Rückgang des Steuerertrags um 6 Prozent gegenüber dem Budget 2020. «Wir hoffen, dass nun auch diese Prognose zu pessimistisch ist und dass das Resultat schliesslich besser ausfallen wird», sagt Egger.

Zum aus seiner Sicht erfreulichen Abschluss 2020 führten unter anderem die tiefen Zinsen. Ebenso hätten hohe Mehrwertabgaben verbucht werden können, was einerseits zu einem höheren Fiskalertrag führte, andererseits zu einer höheren Selbstfinanzierung. Auswirkungen hatte Corona aber schon auf die Finanzen der Gemeinde: «Aufgrund der Covid-19-Pandemie gab es auch zahlreiche nicht budgetierte Ausgaben in Höhe von insgesamt rund 200000 Franken. Dies für Schutzvorrichtungen, Masken und den Reinigungsaufwand», erklärt Egger.

«Weil wir Schulanlagen und Turnhallen deutlich öfter reinigen mussten als zuvor, fielen Zusatzkosten in Höhe von 100000 Franken an.»

Durch den neuesten Rechnungsabschluss verbessere sich die finanzielle Ausgangslage der Gemeinde, sagt Egger. Und es gebe zusätzlichen Grund zur Hoffnung: Der Swisslosfonds könnte womöglich mehr an den Umbau des Schwimmbads bezahlen als 1,5 Millionen Franken, mit denen die Gemeinde derzeit rechnet. Dies hätten Vergleiche mit anderem Projekten im Kanton gezeigt.

Eine finanzielle Entlastung für Obersiggenthal erhofft sich Linus Egger auch durch die Debatte um die Kosten beim Strassenbau: Ein Vorstoss im Grossen Rat fordert, dass die Gemeinden bei der Sanierung von Kantonsstrassen innerorts finanziell entlastet werden. «Bisher mussten wir rund 55 Prozent der Kosten bezahlen. Dieser Anteil könnte nun in den kommenden Jahren deutlich sinken.»

Um 375000 Franken ist die Verschuldung angestiegen. Zwar tätigte die Gemeinde mehr Nettoinvestitionen als geplant, vor allem wegen der unvorhergesehenen Dachsanierung des Schwimmbads; doch wegen der eingangs erwähnten zusätzlichen Finanzerträge musste die Gemeinde vorerst weniger Fremdkapital für diese Investitionen aufnehmen.