Obersiggenthal
Die Karten im Einwohnerrat werden neu gemischt: Das sind die Ziele der sechs Parteien

Am 26. September wird das Parlament von Obersiggenthal neu gewählt. Die Grünen treten nicht mehr an, dafür will die GLP als neue Fraktion künftig mitbestimmen.

Zara Zatti
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Wer wird künftig im Einwohnerrat Obersiggenthal politisieren? Archivbild: 28. November 2019

Wer wird künftig im Einwohnerrat Obersiggenthal politisieren? Archivbild: 28. November 2019

Colin Frei

Sechs Parteien wollen in den nächsten vier Jahren im Parlament von Obersiggenthal vertreten sein. Für den Einzug in den Einwohnerrat stellen sich die fünf Bisherigen, FDP, SVP, SP, EVP und die Mitte (ehemals CVP und BDP), erneut zur Wahl. Um eine neue Fraktion kämpft die GLP. Die Grünen hingegen geben ihre drei Sitze kampflos auf. Bis auf Letztere haben sich alle Parteien das Ziel gesetzt, ihre Sitze mindestens halten zu können, wie eine Umfrage bei den Parteipräsidenten zeigt.

Die FDP sitzt aktuell noch mit sechs Personen im Einwohnerrat. Bis auf Nadine Meier treten alle wieder an. In der nächsten Legislatur wollen die Freisinnigen Obersiggenthal Schulden abbauen und Steuern reduzieren. Wie Fraktionspräsident Christoph Villiger schreibt, will die FDP ausserdem Investitionen fördern, die Verkehrsbelastung senken und Obersiggenthal als familienfreundliche Gemeinde stärken.

Die neue GLP Siggenthal will drei Kandidierende ins Parlament bringen

Bei den finanzpolitischen Legislaturzielen sieht es die SVP ähnlich wie die Freisinnigen. Auch sie wollen die finanzielle Lage der Gemeinde stabilisieren und Steuern abbauen. «Dies ist allerdings nur mit einer ausgeglichenen Kasse möglich», sagt Präsident Daniel Gadient. Die SVP hat aktuell neun Sitze inne, nach der schwierigen Kandidatensuche möchten sie diese verteidigen. Nicht mehr zur Wahl antreten werden Uschi Haag, André Kummer und Marcel Müller.

Die Mitte ist die stärkste Kraft im Parlament – und will dies auch bleiben. 11 Sitze hatte die Partei bei den Wahlen 2017 erobert; inzwischen ist es einer mehr. Dies, weil sich die BDP beziehungsweise Anna Katharina Hess der Mitte angeschlossen hat. Alle bisherigen Einwohnerräte treten wieder zur Wahl an. Für Präsident Erich Schmid steht auch in der nächsten Legislatur das Verkehrsprojekt OASE im Vordergrund: «Wir müssen uns weiterhin dagegen wehren.» Wegen den hohen Schulden sei ausserdem sparen angesagt.

Die GLP Siggenthal tritt dieses Jahr zum ersten Mal zu den Wahlen an. Gegründet wurde sie erst vor drei Jahren, acht Kandidierende stehen auf der Liste. «Ich hoffe, dass wir den Einzug in den Einwohnerrat mit mindestens drei Grünliberalen schaffen», sagt Präsident Tomas Nezel. Die Legislaturziele fokussieren vor allem auf Umweltthemen. So etwa die Verbesserung der Velorouten und die Eindämmung des Durchgangsverkehrs. Mittelfristig will die GLP zudem die Gemeindefinanzen bereinigen.

Die SP hofft auf die Sitze der wegfallenden Grünen

Die SP besetzt aktuell acht Sitze im Parlament. Von den Bisherigen werden Anton Marjakaj und Friedrich Wollmann nicht mehr antreten. Fraktionspräsidentin Mia Jenni liebäugelt mit zusätzlichen Gewinnen. «Im Zusammenhang mit dem Wegfall der Liste der Grünen schauen wir diesen Wünschen optimistisch entgegen.» Die Grüne Partei in Obersiggenthal gibt ihre drei Sitze kampflos her. Grund dafür ist, dass alle bisherigen aufhören und nicht genügend Kandidaten für eine Liste gefunden wurden.

In den kommenden vier Jahren will sich die SP unter anderem für Chancengleichheit, nachhaltige Mobilität und eine zukunftsgerichtete Umweltpolitik einsetzen. Konkret will sie weiterhin Tagesstrukturen fördern, die ÖV-Anbindung über den Hertenstein oder das Erscheinungsbild der Landstrasse wieder auf die politische Agenda bringen. Das Projekt OASE mit dem Martinsbergtunnel lehnen sie ab.

Die EVP tritt mit sechs Kandidierenden zur Wahl an, darunter auch die zwei Bisherigen. Sollten sie wieder ins Parlament einziehen, wollen sie sich vor allem für Ausgewogenheit einsetzen, sei dies sozialpolitisch, ökologisch, aber auch bei den zur Verfügung stehenden Finanzen. «Die Wege und Lösungen der anstehenden Herausforderungen dürfen innovativ sein, vor allem aber sollen sie nachhaltig wirken», schreibt Präsidentin Daniela Graubner.

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