Obersiggenthal
Chlorothalonil im Quellwasser: Gemeinde korrigiert Meldung

Quellen würden gegen das Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil behandelt, hatte Obersiggenthal letzte Woche fälschlicherweise mitgeteilt.

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Das Pumpwerk Aesch speist derzeit mehr Wasser ins Netz als in früheren Jahren.

Das Pumpwerk Aesch speist derzeit mehr Wasser ins Netz als in früheren Jahren.



AZ Archiv

Letzte Woche berichtete die Gemeinde Obersiggenthal in einer Medienmitteilung über das Betriebsjahr der Wasserversorgung. Darin hiess es: «Bei den Quellfassungen Hertenstein, Lindenweg sowie Unterer und Oberer Böndler und beim Grundwasserpumpwerk Aue wird das Trinkwasser mittels einer UV-Entkeimungsanlage behandelt. Ein Teil der Quellen wird auch gegen das Pflanzenschutzmittel Chlorothalonil behandelt.»

Der erste Satz entspricht den Tatsachen – das Wasser wird bereits seit einigen Jahren mittels Entkeimungsanlage gereinigt, falls etwa nach heftigen Niederschlägen unsauberes Oberflächenwasser in die Quelle gelangt. «Allerdings werden die Quellen nicht gegen das Pflanzenschutzmittel behandelt. Sondern der Ertrag der betroffenen Quellen wird verworfen, also in den Bach geleitet», präzisiert Urs Meier von der Wasserversorgung Obersiggenthal auf Anfrage.

Im Prinzip müsste die Gemeinde aktuell gar keine Vorkehrungen betreffend Chlorothalonil treffen, erklärt Urs Meier: Derzeit gebe es keine Weisungen mehr betreffend Höchstwerte, wie sie es noch im Herbst 2019 gegeben hatte. Das hänge mit einer Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts zusammen: Zunächst wiesen die Richter das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im August an, eine Passage auf seiner Website zu entfernen, in der Chlorothalonil als «wahrscheinlich krebserregend» bezeichnet wird. Das BLV löschte die Passage daraufhin wie angeordnet, nahm sie jedoch fast wortgleich in eine Weisung an die Kantone auf. Auch dagegen klagte der Konzern Syngenta – erneut erfolgreich. Das Bundesverwaltungsgericht entschied Mitte Februar, dass das BLV die Weisung aus dem Netz entfernen müsse.

Meier: «Dennoch gehen wir auf Nummer sicher und verwenden jenes Quellwasser nicht, das mit Chlorothalonil belastet ist.» Unmittelbar nach Bekanntwerden der Messwerte wurde für den Ebnihof täglich Trinkwasser in Tanks zum Reservoir geführt. Inzwischen kann durch eine umgenutzte Quellleitung Wasser zum Werk Lindenweg – Ebni gepumpt werden. «So können wir den Ebnihof mit einwandfreiem Trinkwasser versorgen.» (pkr)

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