«Das ist ein ganz wichtiges Thema, um Bildungsgleichheit zu schaffen», sagte Stephanie Klöti am Montagabend einleitend zur Informationsveranstaltung über die in Obersiggenthal geplanten Tagesstrukturen. Klöti präsidiert die vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe und betonte, dass sie gleich doppelt vom neuen Betreuungsangebot profitieren könne: Einerseits könnten ihre erwachsenen Kinder dieses nutzen, andererseits sehe sie als Stufenleiterin Primarschule einen Nutzen darin, etwas gegen «Rumhänger» zu tun.

Ennetbaden als gutes Beispiel

Angeboten werden soll künftig in Obersiggenthal Betreuung für Schüler der Primarstufe frühmorgens vor dem Blockunterricht, über die Mittagszeit, am Nachmittag und auch in der Ferienzeit (siehe Box

). Eltern seien zwar primär für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich, doch brauche es für die diversen Familienformen ein passendes Betreuungsangebot auf freiwilliger Basis, meinte Gemeinderätin Marie-Louise Nussbaumer und betonte: «Es ist Aufgabe der Gemeinde, ein solches zu schaffen.» Nussbaumer verwies auf die Nachbargemeinde Ennetbaden, die in Sachen Tagesstrukturen eine Vorreiterrolle einnehme und bereits einen beträchtlichen Nutzen daraus habe ziehen können durch gutverdienende Neuzuzüger.

Bedarf überdurchschnittlich?

Ausgearbeitet wurde der Obersiggenthaler Vorschlag von einer politisch breit abgestützten Arbeitsgruppe, so Sergio Tassinari. Er hat als Berater die Arbeiten begleitet und hob nun vor rund 70 Personen am Infoabend hervor, dass sowohl der Bedarf nach Betreuung am Mittag als auch am frühen und späten Nachmittag in Obersiggenthal über dem Kantonsdurchschnitt liege. Dies wurde

ohne Umfrage modellartig errechnet auf Basis des bestehenden Mittagstisches, der die Gemeinde bislang 30000 Franken kostet. Diese Bedarfsprognose wurde von Einwohnerratspräsident Patrick Hehli (SVP) angezweifelt. In der Diskussion wurden auch Bedenken laut zu den budgetierten Nettokosten von 360000 Franken für die Gemeinde. Einberechnet sind darin auch die Mietkosten für den Pavillon, der neu zentral beim Oberstufenzentrum in Nussbaumen erstellt werden soll.

Noch viele Hürden zu nehmen

Das hat der Gemeinderat aus Kostengründen so beschlossen entgegen dem Vorschlag der Arbeitsgruppe, die je eine Einrichtung in Kirchdorf und bei der Schule Unterboden in Nussbaumen wollte. Es gab auch Lob für den Vorschlag. Es sei wichtig, nun vorwärtszumachen in Obersiggenthal. Stephanie Klöti hofft, dass der Goodwill auf dem noch langen Weg anhalten wird.