Nussbaumen
Obersiggenthaler feiern ihr Zentrum – den Markthof

Vor 40 Jahren wurde der Markthof eröffnet. Zum Jubiläum werden geschichtliche Ereignisse zum Geburtsjahr des Markthofes ausgestellt. Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der 27 Läden befassen sich also mit ihrer Geschichte.

Florian Zimmermann
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Der Markthof 2013, kurz vor seiner Jubiläumsfeier.

Der Markthof 2013, kurz vor seiner Jubiläumsfeier.

Alex Spichale

«Ein lang gehegter Obersiggenthaler Wunsch ging in Erfüllung.» So beschrieb das «Badener Tagblatt» (BT) die Eröffnung des Markthofes am 1. Juni 1973. Inzwischen steht das Einkaufszentrum in Nussbaumen seit 40 Jahren.

Zu diesem Anlass werden geschichtliche Ereignisse zum Geburtsjahr des Markthofes ausgestellt. Die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer der 27 Läden befassen sich mit ihrer Geschichte. Zudem lädt die Vereinigung Markthof die Bevölkerung am Samstag zum Apéro ein.

«Ein poppiger Coiffeursalon»

Nicht anders lief die Eröffnungsfeier vor 40 Jahren: «Man erhob das Glas für ein gutes Gelingen», schrieb das BT. Die Ladenbesitzer hätten in einem Rundgang die fünf Geschäfte einzeln vorgestellt.

«Vor allem der neue poppige Coiffeursalon fand die Bewunderung der Damen- und Herrenwelt», steht im BT weiter. Keine schlechte Einschätzung des Redaktors, denn der Salon BB wird heute noch von den Gründern geführt. Somit ist es das einzige Geschäft, das ebenfalls seit 40 Jahren besteht.

In einem Leserbrief gleich neben dem Gründungsartikel wurde das Fehlen einer Apotheke bemängelt. «Ist etwa der Konkurrenzneid derart gross, dass es gewisse Leute aus der Nachbarschaft fertigbringen, eine solche Geschäftseröffnung zu verhindern?», fragte der Leser.

«Tatsächlich hatten die fünf Geschäfte keinen einfachen Start», bestätigt Walter Meier. Der Präsident der Vereinigung Markthof war von der Gründung bis 1988 im gleichen Amt. Seit 2000 ist er es erneut.

«Der Markthof hat den anderen Detailhändler in Obersiggenthal keine Freude bereitet», erinnert er sich. Eine ernstzunehmende Konkurrenz sei der Markthof aber nur bedingt gewesen. «Fünf Geschäfte machen noch kein Einkaufszentrum», sagt er weiter.

Der Markthof wuchs relativ schnell. Ein Jahr nach der Gründung erfüllte sich der Wunsch des Leserbriefschreibers: Neben Grossverteiler Denner und einem Café eröffnete eine Apotheke im Markthof.

Migros bringt den Aufschwung

Drei Jahre nach der Eröffnung zog der Grossverteiler Migros zu. Für den Markthof sei das ein sehr grosses Ereignis gewesen, sagt Meier. «Die Migros war ein Magnetpunkt für weitere Geschäfte.» Tatsächlich wurde das Einkaufszentrum immer grösser. Schliesslich kamen mit dem Bau des Scintilla-Hochhauses zehn neue Geschäfte zum Markthof.

20 Jahre für ein WC

Zum Schmunzeln ist die Geschichte zur öffentlichen Toilette im Markthof. «Die Geschäfte mussten immer wieder den Kunden erlauben, ihre Privattoiletten zu benutzen», erzählt Meier.

Dieses Dilemma sollte beim Bau des Scintilla-Hochhauses 1983 behoben werden. Allerdings nicht auf eigene Rechnung. Eine Motion im Einwohnerrat verlangte, dass die öffentliche Toilette von der Gemeinde finanziert wird.

Der Einwohnerrat ging auf den Vorschlag ein. Gegen diesen Entscheid wurde aber ein Referendum ergriffen. Die Folge: In Obersiggenthal gab es eine Volksabstimmung über die Finanzierung der Toiletten.

Die Bevölkerung lehnte diese ab. Erst bei der Überdachung des Markthofes im Jahr 2002 erhielt das inzwischen grosse Einkaufszentrum eine öffentliche Toilette.

«Ein gutes Zentrum»

Noch heute gehört der Markthof zu den wenigen Zentren, in denen alle drei Grossverteiler vertreten sind – der Coop zog 1991 zu. Mit dem heutigen Stand ist Meier zufrieden: «Im Rahmen dessen, was der Markhof bietet, ist er ein gutes Zentrum.»

Für ihn sei es nicht einfach ein Objekt: «Der Markthof ist wie ein erwachsenes Kind für mich. Ich habe sehr viel Herzblut in das Zentrum gesteckt», sagt der Präsident. Ein grosses Plus sieht er in den Gratisparkplätzen: «Auch wenn der Gemeinderat nicht derselben Ansicht ist», sagt Meier und schmunzelt.

Die Pläne in naher Zukunft sind für ihn klar: Die Tiefgarage soll erneuert werden. Zudem wünscht sich der Vorstand, dass die Südost- und Nordost-Ecke ausgebaut wird. Meier erklärt: «Das Zentrum wäre dadurch komplett und von der Landstrasse besser sichtbar.»

Dass er dieses Projekt als Präsident vollenden wird, glaubt er nicht. «Irgendwann ist es an der Zeit, die Aufgabe weiterzugeben», sagt Meier.

Jubiläumsapéro, Sa, 8. Juni, zwischen 10 und 13 Uhr. Die 27 Geschäfte bieten durch das Jahr hindurch verschiedene Jubiläumsaktionen an.

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