Baden
Oberstufenzentrum «Burghalde»: Sanierung und Neubau werden immer teurer

Das Schulzentrum «Burghalde» soll entgegen früherer Pläne jetzt in nur einer Etappe gebaut werden, wofür Provisorien auf der Ländliwiese nötig sind. Abklärungen zeigen nun, dass die Kosten für Sanierung und Neubau viel höher ausfallen, als noch vor gut zwei Jahren veranschlagt wurde.

Martin Rupf
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So soll sich das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde präsentieren. Das Siegerprojekt «Blaue Blume» hat das Büro Masswerk Architekten aus Kriens entworfen.

So soll sich das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde präsentieren. Das Siegerprojekt «Blaue Blume» hat das Büro Masswerk Architekten aus Kriens entworfen.

ZVG

Es kommt nicht oft vor, dass der Stadtrat Baden dem Einwohnerrat einen Zwischenbericht zu einem Projekt vorlegt. Beim Projekt «Schulraum Baden 2020» wird er dies Ende Mai aber genau tun. Aufgrund der Investitionen von rund einer Viertelmilliarde Franken für alle Schulbauten in Baden macht das durchaus Sinn.

«Wir werden schon in diesem Jahr mit verschiedenen Kreditanträgen an den Einwohnerrat gelangen. Es ist wichtig, dass die Ratsmitglieder dabei die Zusammenhänge sehen», ist Stadtrat (CVP) und Bauvorsteher Markus Schneider überzeugt. An einer Informationsveranstaltung sei der Zwischenbericht von den Einwohnerräten denn auch bereits positiv aufgenommen worden.

Kostenzunahme von 50 Prozent

Dabei enthält der Zwischenbericht auch einiges Neues: So wurde ursprünglich geprüft, das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde in Etappen zu bauen. Insbesondere stand die Idee im Raum, die Burghalde 1, wo heute rund 350 Bezirksschüler aus Baden, Ennetbaden, Birmenstorf und Ehrendingen unterrichtet werden, während der Bauarbeiten für die Neubauten in Betrieb zu lassen.

«Detaillierte Abklärungen haben nun aber gezeigt, dass neben den bereits geplanten Sanierungen – für die 2,4 Mio. Franken im Finanzplan eingestellt sind – weitere und vor allem tief greifendere Eingriffe sinnvoll wären», sagt Schneider. Neu käme die Sanierung der Burghalde 1 somit nicht auf 2,4 Mio., sondern auf rund 14 Mio. Franken zu stehen. Insgesamt geht man für das Sekundarstufenzentrum von Kosten in Höhe von 127 Mio. Franken aus. Zum Vergleich: Noch vor gut zwei Jahren war die Rede von rund 85 Mio., dann von 105 Mio. und schliesslich von 120 Mio. Franken. Dank des Verzichts auf die Dreifachturnhalle konnten die Kosten aber wieder auf 105 Mio. Franken gesenkt werden.

«Die weitergehenden Sanierungen haben auch zur Folge, dass die Burghalde 1 während der Erstellung der Neubauten nicht als Provisorium genutzt werden könnte», so Schneider. Doch wohin mit all den Schülern – total sind es 550 Bez-, Sek- und Realschüler –, welche die Burghalde 1 und 2 besuchen? «Wir planen, auf der Ländliwiese Provisorien zu erstellen», erklärt Schneider.

Eine solche Lösung würde gleich mehrere Vorteile mit sich bringen. Erstens würde ein zentrales Provisorium entstehen; der Unterricht müsste nicht an mehreren Orten stattfinden. Zweitens könnten die bestehenden Fachräume im Schulhaus Pfaffechappe von den Bezirksschülern genutzt werden; es müssten also nicht teure Fachräume-Provisorien erstellt werden.

«Und drittens könnten wir das Sekundarstufenzentrum Burghalde dadurch effizienter und kostengünstiger realisieren», sagt Schneider. So würde sich die Gesamtbauzeit bei einer etappierten Bauweise um rund zwei Jahre verlängern. Ende August soll der Einwohnerrat über die Projektierungs- und Baukredite für die Provisorien befinden. Die Kosten werden auf rund 6 Mio. Franken veranschlagt.

Neubau für die «Pfaffechappe»?

Doch die Provisorien auf der Ländliwiese würden nicht etwa abgebaut werden, wenn die Bezirksschüler voraussichtlich im Herbst 2020 ihr neues Schulhaus beziehen würden. Vielmehr würden die Provisorien dann während des Umbaus des Schulhauses Pfaffechappe genutzt. Denn während alle Oberstufenschüler künftig in der Burghalde unterrichtet werden, soll das das heutige Oberstufenschulhaus Pfaffechappe zum Primarschulzentrum umfunktioniert werden; ab Sommer 2022 soll diese bezugsbereit sein.

Ziel ist es, ein Primarschulzentrum mit Tagesstrukturen und räumlich angegliederten Kindergärten zu schaffen. Dabei sollen die Kindergärten Klösterli, Pavillon Ländli und Halde im Schulhaus Tannegg zusammengeführt werden. Schätzungen gehen davon aus, dass eine Sanierung der in den Jahren 1973/1974 gebauten und bereits mehrfach sanierten Schulanlage auf rund 31 Mio. Franken zu stehen käme.

«Wir müssen aber zwingend weitere Analysen erstellen», betont Schneider. Denn der aktuelle Zustand des Schulhauses sei schlecht. «Wir wollen insbesondere klären, ob die Sanierung und der Umbau des Schulhauses Pfaffechappe nachhaltig und finanziell vertretbar sind oder ein Neubau bevorzugt werden müsste», erklärt der Bauvorsteher. Vorausgesetzt der Einwohnerrat genehmigt Ende Mai den Planungskredit in Höhe von 170 000 Franken, soll bis spätestens im Dezember 2016 ein Schlussbericht vorliegen.