«Vor vier Jahren hat der Schnee die gesamte Obstanlage bis auf vier Reihen umgedrückt. Und nun stehe ich hier und bekomme den 1. Preis vom Verband Aargauer Obstproduzenten», sagt Franz Peterhans vom Saumhof 3 in Künten. Die Kraft für den Wiederaufbau habe man damals nur dank der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung schöpfen können. «Es war einfach gewaltig.»

Von 12000 neu zu pflanzenden Bäumen wurden 8000 gesponsert. Deshalb bedankte sich Peterhans am Dienstagabend an der Prämierung auf seinem Hof bei den vielen Helfern – ohne die er heute nicht hier stehen würde. Die Preisübergabe wurde selbstverständlich dort vollzogen, wo sie hingehört – in die Obstplantage. Den Weg dorthin mussten die geladenen Gäste nicht zu Fuss zurücklegen; sie wurden mit dem Mini-Traktor samt Anhänger kutschiert.

Zu Höchstleistungen motivieren

Am Wettbewerb der Aargauer Tafelkernobstproduzenten haben 14 Teilnehmer mitgemacht, die allesamt am 31. August und 1. September von zwei Experten besucht wurden. Unter anderen schlugen als Prüfungskriterien Merkmale wie Kronenaufbau, Fruchtbehang und Deckfarbe sowie Krankheiten zu Buche. Das Maximum an Punkten holte nur einer – Franz Peterhans. Alle anderen schnitten ebenfalls sehr gut ab und sicherten sich Gold- und Silbermedaillen. Ziel des Wettbewerbs ist, die Produzenten zu Höchstleistungen anzuspornen.

Nach der Verleihung liess Othmar Eicher vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg die letzten neun Monate Revue passieren. «Wir erwarten eine gute Ernte, allerdings mit zehn Tagen Verspätung gegenüber dem Vorjahr.» Es gäbe wenig Ausfälle wegen Hagel und Feuerbrand zu verzeichnen. Allerdings hätten die Obstproduzenten zu Beginn der Saison mit der Pilzkrankheit Schorf zu kämpfen gehabt. Im Aargau erwartet man bei den Tafeläpfeln einen Ertrag von knapp 5000 Tonnen, bei den Tafelbirnen von 400 Tonnen. Und die rund 150 bäuerlichen Süssmoster im Kanton werden über zwei Millionen Liter Süssmost herstellen.

Beim anschliessenden Imbiss wurde frisch gepresster Süssmost gereicht, der allen zu munden schien. Eigentlich nicht erstaunlich, stammt er doch vom Obst, das es zuoberst aufs Siegerpodest geschafft hat.