Baden

Offene Bühne: Es hallen wieder Klänge durch die Cordulapassage

Das öffentliche Klavier und die offene Bühne in der Cordulapassage sind seit Samstag wieder in Betrieb. Die Betreiber erhoffen sich eine rege Nutzung.

Fünf Monate lang waren die offene Bühne und das öffentliche Klavier namens Helga im Winterschlaf. Seit Samstag können Musiker und Künstler den beiden wieder Leben einhauchen. Am Samstagmorgen stand die Untersiggenthalerin Theres Eichenberger-Walde im Rahmen des «Frühlingserwachens» als Erste auf der kleinen Bühne gleich beim Eingang zur Cordulapassage.

Eine Handvoll Menschen versammelte sich auf der Treppe und lauschte den Alphorntönen des Mitglieds der Iflue-Musig Untersiggenthal. Sie hatte unglücklicherweise nur ein paar Tage zuvor ihren Arm gebrochen. Deshalb konnte sie nicht wie geplant in ihrer Tracht auftreten. Trotzdem liess sie es sich nicht nehmen, mit ihrem Alphorn nach Baden zu kommen.

"Frühlingserwachen": Offene Bühne und öffentliches Klavier

"Frühlingserwachen": Offene Bühne und öffentliches Klavier

Der 17-jährige Badener Kantischüler und Pianist Aleksa Golić zeigte sein Können am Klavier.

Sie gehörte zu den beiden Musikern, die zum «Frühlingserwachen» der offenen Bühne und des öffentlichen Klaviers eingeladen waren. Der Anlass wurde in einer Kooperation aus Klavierbesitzer (einem Ehepaar aus Ennetbaden), der Citycom und der Stadt Baden organisiert. Nur eine Woche zuvor hatten sie Musiker aus der Region dazu aufgefordert, sich zu melden, um mit ihren Darbietungen die Bühne und das Klavier aus dem Winterschlaf zu holen.

Niederschwelliges Angebot

Die Vorlaufzeit war wohl etwas zu kurz, es meldeten sich nur Theres Eichenberger-Walde sowie der 17-jährige Badener Kantischüler und Pianist Aleksa Golić. Patrick Nöthiger, Leiter der Abteilung Kultur der Stadt, machte das überhaupt nichts aus, er fand die musikalische Mischung — neben Jung und Alt, Mann und Frau — perfekt: «Hier ist von traditionell über jazzig bis zu modern alles erwünscht.» Das niederschwellige Angebot solle von allen genutzt werden. Er hofft, dass sich künftig die Leute vermehrt trauen, die Bühne und das Klavier zu nutzen.

Seit Inbetriebnahme Anfang September 2018 wurde vor allem das Klavier gut genutzt. «Für einen Auftritt auf der Bühne braucht es auch ein bisschen mehr», sagte der für das Projekt zuständige Stadtrat Erich Obrist (parteilos) — so zum Beispiel das eigene Instrument. Auf der Bühne muss aber nicht nur Musik stattfinden. Jedoch: «Die Auftritte sollen kultureller Natur sein, also keine politischen oder religiösen Gesinnungen verbreiten», sagte Obrist bereits im August zu dieser Zeitung.

Wer hingegen Klavierspielen kann, kann sich einfach hinsetzen und in die Tasten hauen, wie man so schön sagt. Gehauen hat Aleksa Golić natürlich nicht, aber etwas nervös war er, schauten ihm doch mehr Menschen auf die Finger als gewohnt. Er wie auch Eichenberger-Walde erhielten zum Dank für ihren musikalischen Einsatz beim «Frühlingserwachen» einen Einkaufsgutschein.

Ohne Bewilligung bespielbar

Mit dem Bereitstellen einer öffentlichen Bühne und dem öffentlichen Klavier kam die Stadt dem Wunsch nach, Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten, ohne dass sie dafür eine Bewilligung einholen müssen. Zudem sollen Klavier Helga und die offene Bühne dazu dienen, der Cordulapassage mehr Leben einzuhauchen. Sie sind beide unter der Woche von 9 bis 22 Uhr frei nutzbar.

Meistgesehen

Artboard 1