Baden
«Ohne Aufstockung ist das Konzept nicht umsetzbar»

Der ehemlaige Kultursekretär Patrick Nöthiger ist designierter Leiter der neuen Abteilung Kultur in Baden.

Roman Huber
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Der dreieinhalbjährige Prozess ermöglichte es auch dem Gesamtstadtrat, mehrmals einen Einblick bei der Erarbeitung des Kulturkonzepts zu gewinnen. Stadtammann Stephan Attiger gesteht darum: «Wir haben bei der Kultur ein strukturelles Defizit.» Er wie auch Kulturvorsteherin Daniela Berger sind sich einig: «Ohne personelle Aufstockung lässt sich das Kulturkonzept nicht umsetzen.» Dazu muss aber der Einwohnerrat am 25. Januar die zehn Leitsätze des Kulturkonzepts genehmigen.

Kultur wird neu organisiert

Der Stadtrat schlägt eine neue Organisation für das Ressort Kultur/KJF (Kinder, Jugend, Familie) vor. Die kleinen Abteilungen, Fachstelle Kultur, Stadtbibliothek, Historisches Museum und Kunstraum, werden in einer neuen Abteilung Kultur zusammengefasst. Damit wird das städtische Kulturengagement unter ein gemeinsames Konzept gestellt, wird zentral organisiert und steuert gezielt seine Marketingaktivitäten. Kultur soll damit als Ganzes gestärkt werden und gegen innen wie nach aussen besser wahrgenommen werden, lautet das Ziel des Stadtrats.

Fachlich wird die Abteilung Kultur von der Ressortchefin im Stadtrat geführt, unterstützt von den Fachkommissionen. Personell und finanziell ist die Kultur dem Stadtammann unterstellt. Allein dadurch, dass Kultur hiermit auch Chefsache wird, manifestiert sich der Stellenwert, den ihr der Stadtrat einräumt.

Personaldotation wird aufgestockt

Neu ist die Gesamtleitung (100%) der Abteilung Kultur. Hierfür hat der Stadtrat den 40-jährigen Patrick Nöthiger gewählt, seit dem Jahr 2000 Leiter Fachstelle Kultur, vormals Kultursekretär. Ihm steht die Stabs- bzw. Fachstelle für Administration, Koordination, Marketing, Kulturförderung zur Seite. Das bisherige Stellenpensum wird verdoppelt und neu 160% betragen, inklusive 40% Marketing fürs Historische Museum. Die Kultur erhält damit 1,8 Stellen zusätzlich; zusammen mit 7,9 für die Stadtbibliothek, 4,7 fürs Historisches Museum und 1,1 für den Kunstraum ergibt sich ein Total von 16,3 Stellen.

Die Abteilung werde dadurch nicht nur bessere Dienstleistungen bereitstellen, sondern auch gezielt vermarkten können. Attiger ist überzeugt, dass sich die Aufstockung ausbezahlen werde und sich dank mehr Effizienz das Kosten-Nutzen-Verhältnis verbessere. Für zusätzliche Betriebskosten im Jahr 2011 soll der Einwohnerrat einen Kredit von 140000 Franken bereitstellen, 125000 für Einrichtungen und Büroumbau. Die jährlichen Folgekosten der Neuorganisation von 280000 Franken gelangen ab 2012 ins laufende Budget.

Unterdotiert seit vielen Jahren

Den kleinen und schmal dotierten Abteilungen fehle die Zeit, um nebst ihrer Arbeit intensives Marketing oder Austausch zu betreiben, so Berger. Mit der wirkungsorientierten Verwaltungsführung hätte allein das Verfassen von Leistungsvereinbarungen in den letzten zehn Jahren viel Mehrarbeit gebracht. Zudem sei die Kommunikationsarbeit bedeutender geworden. Nöthiger, der als Kultursekretär damals mit einem 50%-Pensum eingestellt wurde, macht klar, dass diese Dotation seit Jahren nicht mehr ausreiche. Obschon ihm ab 2010 eine Hilfe im Umfang von rund 30% zur Seite gestellt wurde, würden sich die Überstunden weiter stapeln.