Killwangen

Opfer verliert nach Messerstecherei Wohnung und Escort-Unternehmen

Unbekannte stachen 13 Mal auf André R. ein.

Unbekannte stachen 13 Mal auf André R. ein.

André R. wurde in seiner eigenen Wohnung in Killwangen Opfer einer Messerattacke. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei 80 Gramm Kokain. Der Familienvater wundert sich, dass die Behörden seine Geschichte totgeschwiegen haben.

André R. ist übersät mit Narben: im Gesicht, am Oberarm, am Bauch. «Im ganzen sind es 13 Messerstiche», sagte der 50-Jährige gegenüber Tele M1. 

Der Angriff ereignete sich in Killwangen in der Nacht auf den 1. Juni: Mit einer 70 Kilogramm schweren Löwenstatue haben mehrere Einbrecher die Eingangstür von André R. eingeschlagen und sich Zutritt zur Wohnung verschafft. Aus dem Schlaf gerissen, versuchte sich der Familienvater zu wehren – vergeblich. Stattdessen stachen die Unbekannten 13 Mal mit einem Messer auf ihn ein.

Nach Messerstecherei findet Polizei Kokain in der Wohnung des Opfers

Nach Messerstecherei findet Polizei Kokain in der Wohnung des Opfers

Bei den Durchsuchungen Kokain entdeckt

Nach der nächtlichen Messerattacke wurde André R. schwerverletzt ins Kantonsspital Baden gebracht, drei Tage lang lag er im Koma.

Während des Spitalaufenthalts durchsuchte die Kantonspolizei Aargau den Tatort. Dabei hat sie in der Wohnung 80 Gramm Kokain entdeckt, die dem 50-Jährigen gehören.

«Ich habe einen kleinen Erotik-Escort geführt», sagte das Opfer gegenüber Tele M1. Das Kokain sei bei einigen Kunden, wie auch bei einigen Damen, als Stimmungsmacher gefragt gewesen.

Der 50-Jährige glaubt nicht, dass der Angriff im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im Milieu steht.

Vielmehr ist er überzeugt, dass die Messerattacke ein Raubüberfall war. Darum ist André R. erstaunt, dass die Behörden seine Geschichte totgeschwiegen haben.

«Warum hat man in Killwangen keinen Zeugenaufruf gemacht?», fragt sich der Familienvater. Warum habe man nicht gefragt, ob jemand am Morgen ein Auto gesehen habe? «Damit habe ich ein Problem.»

Zwei Personen festgenommen

Laut Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, habe die Staatsanwaltschaft nicht informiert, weil sie die Ermittlungen nicht habe gefährden wollen.

«Auch zum heutigen Zeitpunkt sind die Ermittlungen noch nicht soweit fortgeschritten, dass wir aktiv informieren könnten», sagte Strebel. Sie bestätigt jedoch, dass zwei Personen festgenommen werden konnten.

Für das Opfer ist das ein schwacher Trost: Wegen des Vorfalls hat André R. seine Wohnung verloren, sein Escort-Unternehmen führt er auch nicht mehr.

Jetzt lebt er vom Sozialamt und erhält 750 Franken pro Monat für eine neue Wohnung.

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