Neuenhof

Oppositions-IG gegen Ortsbild-Revision erfährt grossen Zuspruch

Die Gemeinde plant, künftig den Bau weiterer Hochhäuser zu ermöglichen. Dagegen hat sich Widerstand gebildet.

Die Gemeinde plant, künftig den Bau weiterer Hochhäuser zu ermöglichen. Dagegen hat sich Widerstand gebildet.

Unter anderem soll die Bewohnerzahl von knapp 9000 auf fast 12'000 Bewohner steigen. Die IG, welche sich nun gegen die Pläne des Gemeinderates wehrt, sieht sich in ihrer Kritik bestätigt.

Ende Juni sorgte in Neuenhof die neu formierte Oppositionsgruppe «IG Wohnliches Neuenhof» für Schlagzeilen. Im Zusammenhang mit der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) geht die IG mit dem Gemeinderat hart ins Gericht. Der Gemeinderat sei den Anliegen der Bevölkerung im Mitwirkungsverfahren in kaum einem Punkt gefolgt. «Unser Ziel ist es, die bisher schweigende Mehrheit in Neuenhof aufzurütteln, eine breite Diskussion auszulösen und möglichst effizienten Widerstand gegenüber den überrissenen Planungsideen des Gemeinderates zu mobilisieren», sagte IG-Mitglied Toni Benz, der gleichzeitig auch Mitglied der Ortsplanungskommission ist.

IG-Mitglied Werner Füllemann bestätigt, dass der az-Artikel grosses Echo ausgelöst habe. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Unsere Meinung, wonach die Ziele Qualität und Wohnlichkeit mit den bisherigen Planungsentwürfen des Gemeinderats nicht erreicht werden können, findet überwiegend Zuspruch und unsere Forderungen werden geteilt.» Offiziell als IG-Mitglied hätten sich aber noch nicht sehr viele Personen eingetragen. Füllemann ermutigt alle Neuenhofer, die ebenfalls nicht einverstanden sind mit den Plänen des Gemeinderates, dies zu tun. «Man muss auch keine Angst haben. Nur die IG sieht, wer Mitglied ist. Den Behörden werden die Namen selbstverständlich nicht mitgeteilt.»

Gemeinde hat noch nicht reagiert

Die IG stört sich vor allem daran, dass die Gemeinde in den nächsten Jahren von heute 8800 auf 12 000 Einwohner anwachsen soll – mithilfe verdichteten Bauens. Für die IG ist klar: Je dichter, desto unattraktiver.» Deshalb sollen auch keine weiteren Hochhäuser gebaut werden, die nur das Dorfbild verschandeln würden. Auch würden mit Hochhäusern nicht die Steuerzahler angezogen, die man eigentlich brauche. Weiter soll auch die geplante Teilzonenänderung im Gebiet Härdli auf den heute landwirtschaftlich genutzten Teil beschränkt werden.

Insbesondere sollen die rund 100 Familiengärten erhalten bleiben und nicht ins Gebiet Langacher verlegt werden. Letzteres soll zudem nicht in eine Erholungszone umgezont werden, da sonst eine mögliche Siedlungsgebieterweiterung zu einen späteren Zeitpunkt verunmöglicht werde. Benz: «Am Anfang wurde viel von Qualität und Wohnlichkeit gesprochen. Davon sehen wir im Moment nicht mehr viel. Wenn wir jetzt nicht korrigierend eingreifen, befürchten wir einen Scherbenhaufen.» Werner Füllemann bestätigt, dass offiziell noch keine Reaktion seitens der Gemeinde eingegangen sei. Frau Gemeindeammann Susanne Voser sagte vor gut einem Monat dem «Badener Tagblatt»: «Wir begrüssen jede Form von Diskussion und haben auch in allen bisherigen Workshops die Bevölkerung beteiligen lassen an der Revision des Ortsbildes.»

Inzwischen liege der Vorprüfungsbericht des Kantons vor. Über den Inhalt will Voser aber noch nichts verraten. «Wir werden die Bevölkerung am 15. August informieren, ehe die Revision dann ab dem 9. September öffentlich aufliegt.» Einwohner, Grundstückbesitzer und die IG werden die Möglichkeit haben, ihre Einwendungen einzubringen und bei der Gestaltung des Ortsbildes mitzuwirken.

Infoanlass: Montag, 15. August, 19 Uhr, Turnhalle Zürcherstrasse, Neuenhof.

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