Wettingen
Orgelwerke und Arien verzaubern das Kloster Wettingen

Der Organist Thomas Jäggi und die Sopranistin Tabea Herzog eröffneten die Konzertreihe «Orgelmusik in der Klosterkirche Wettingen». Zwei Motetten aus den kleinen geistlichen Konzerten von Heinrich Schütz nahmen die Zuhörer mit auf die Reise.

Vera Frey
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Thomas Jäggi und Tabea Herzog zeigen ihr Können. Vera Frey

Thomas Jäggi und Tabea Herzog zeigen ihr Können. Vera Frey

Zum ersten Konzert der Reihe «Orgelmusik in der Klosterkirche Wettingen» am Sonntag vereinigte sich der Orgel- und Cembaloklang mit dem der weiblichen Stimme bei Musik von Barock bis Klassik. Der Zürcher Organist Thomas Jäggi, der neu auch in der reformierten Stadtkirche Baden als Organist zu hören ist, spannte dabei mit der Wettinger Sopranistin Tabea Herzog zusammen.

Zwei Motetten aus den kleinen geistlichen Konzerten von Heinrich Schütz nahmen die Zuhörer mit auf die Reise in die Zeit der barocken Musik. Die Stimme von Sopranistin Tabea Herzog harmonierte dabei sehr gut mit den feinen Flötenregistern der Lettnerorgel. Ebenfalls auf der «Kleinen Orgel» der Wettinger Klosterkirche erklang darauf ein Präludium in g-Moll von Dietrich Buxtehude.

Thomas Jäggi verstand es bei diesem Meisterwerk hervorragend, alle Möglichkeiten der Lettnerorgel auszuschöpfen – seine Registrierungen waren nie blosse Effekthascherei.

Ein wahres Bach-Fest folgte. Zuerst vom bekanntesten Vertreter, Johann Sebastian Bach, ein kurzes Lied aus der «Schemelliliedern», das von Thomas Jäggi auf dem dem historischen Vorbild Ruckner nachempfundenen Cembalo begleitet wurde.

Von Wilhelm Friedemann, dem ältesten Sohn von J.S. Bach, erklangen danach drei Polonaisen, wobei die erste Polonaise in C-Dur sehr gut auch aus der Feder eines Unterhaltungsmusiker Anfang des 20. Jahrhunderts stammen könnte. Thomas Jäggi zeigte sich dabei nicht nur als hervorragenden Musiker, sondern auch einmal in Person, während er als Organist doch immer im Hintergrund bleibt.

Nach einem wunderschönen, lyrischen «Abendlied» von Carl Philipp Emanuel Bach wechselte Jäggi auf die Hauptorgel der Klosterkirche. Bei der Fantasie und Fuge in c-Moll, ebenfalls von C.P.E. Bach, konnte er schliesslich auch die ganze Pracht der «Königin der Instrumente» ausschöpfen.

Nach einem kleinen Intermezzo mit einem Lied von Johann Christian Bach präsentierte sich zum Abschluss auch Tabea Herzog mit einer Konzertarie von Wolfgang Amadeus Mozart von der besten Seite. Wie bereits zuvor glänzte sie mit einem natürlichen, angenehmen Vibrato und vor allem beim zweiten Teil der Arie mit absoluter Sicherheit in den höchsten und leisesten Tönen.

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