Ober-/Untersiggenthal
Ortsbürger spannen zusammen: Wald im Siggenberg wird fusioniert

Die Ortsbürgergemeinden von Unter- und Obersiggenthal legen die Forstbetriebe zusammen. Das gemeinsame Forstreviert startet Anfang 2015.

Roman Huber
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Blick auf den Siggenberg, wo ab 2015 nur noch ein Forstbetrieb zuständig ist.

Blick auf den Siggenberg, wo ab 2015 nur noch ein Forstbetrieb zuständig ist.

zvg

Einstimmig haben die beiden Ortsbürgergemeinden von Obersiggenthal und Untersiggenthal den Gemeindevertrag «zur gemeinsamen Pflege und Nutzung der ortsbürgerlichen Wälder der Ortsborgergemeinden» genehmigt. Damit gibt es per 1. Januar 2015 am Siggenberg noch ein Forstrevier. Die Ortsbürgergemeinden bleiben aber selbstständig und sind weiterhin Eigentümerin ihres Waldes und der Grundstücke.

Für die neue Organisation mit beiden Forstteams wird der Untersiggenthaler Förster Daniel Hitz zuständig sein. Er übte bereits in den vergangenen zwei Jahren die Stellvertretung im Revier Obersiggenthal aus. Dort musste Revierförster Willy Schnyder aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten. Er wird auf das Inkrafttreten der Neuorganisation vorzeitig pensioniert.

Vermehrte Zusammenarbeit

Die beiden Ortsbürgergemeinden haben die Zusammenlegung der Forstbetriebe sorgfältig aufgegleist. Daniel Hitz windet den zuständigen Kommissionen ein Kränzchen für ihre Vorarbeit. Die Zusammenlegung der Forstbetriebe ging nämlich an beiden Gemeindeversammlungen ohne eine Gegenstimme über die Bühne. «Ich kenne als Jäger im Revier Obersiggenthal auch dieses Waldgebiet sehr gut und freue mich über das zugesprochene Vertrauen und über die neue Herausforderung», sagt Daniel Hitz.

Bis vor knapp 20 Jahren existierten im Siggenthal zwei verschiedene Welten: hier Obersiggenthal und dort Untersiggenthal. Eine Zusammenarbeit selbst auf politischer Ebene war zwischen den rivalisierenden Gemeinden kaum denkbar. Erst um 1995 engagierten sich die beiden Gemeinden gemeinsam bei der Fernwärme Siggenthal. 2006 erfolgte mit dem Jugendnetz Siggenthal auf Stufe Gemeinde eine weitere Kooperation. Und seit kurzem werden die Untersiggenthaler vom selben Amt in Obersiggenthal aus betrieben. Durch die Anbindung an die Stadtpolizei Baden wird es nun als nächster Schritt auch auf polizeilicher Ebene zur Zusammenarbeit kommen.

Eine der grössten Waldungen

Mit den 257 Hektaren Wald von Obersiggenthal und den 290 Hektaren von Untersiggenthal wird der Forstbetrieb Siggenberg mit total 547 Hektaren einer der grössten im Kanton. Im Betriebskapital der beiden Ortsbürgergemeinden werden nebst den vorhandenen Betriebsmitteln (Maschinenpark und Fahrzeuge) die vom Forstbetrieb in Untersiggenthal finanzierte Photovoltaikanlage (540 000 Franken) sowie der Beitrag (250 000 Franken) an den Ersatz der Holzschnitzelfeuerung in Obersiggenthal als Anlagen in den neuen Betrieb eingebracht.

Der Gemeindevertrag ist auf fünf Jahre befristet und erstmals per Ende 2019 mit einer Frist von zwei Jahren kündbar. Weitere Forstbetriebe können nur durch Beschlüsse der Ortsbürgergemeinden aufgenommen werden.

Der neue Forstbetrieb wird von der Gemeinde Untersiggenthal aus verwaltet, die Finanzen werden von der Finanzkommission Untersiggenthal geprüft. In der Forstkommission sind die Gemeinden paritätisch vertreten.