Badenfahrt 1982
Palinos Premiere auf dem Hochseil

Es war keine Illusion, wie das Motto lautete, sondern Realität, wie Palino damals in unvergesslichem Hochseilakt über die Limmat hinweg ein Spektakel für sich darstellte, und zwar an der Badenfahrt 1982.

Roman Huber
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Palino auf dem Hochseil zwischen Limmatpromenade und Historischem Museum.

Palino auf dem Hochseil zwischen Limmatpromenade und Historischem Museum.

NJB/Ruedi Fischli

Als Kulturfigur ist Stella Luna Palino, früher noch Marc «Palino» Brunner, nicht aus dem Leben der Stadt Baden wegzudenken, und das inzwischen seit beinahe vier Jahrzehnten. Die Badenerinnen und Badener reiferen Alters mögen sich zweifellos noch an die Anfänge ihrer seiltänzerischen Künste erinnern. Es war keine Illusion, wie das Motto lautete, sondern Realität, wie Palino damals in unvergesslichem Hochseilakt über die Limmat hinweg ein Spektakel für sich darstellte, und zwar an der Badenfahrt 1982, wie das Foto aus den Neujahrsblättern zeigt.

Duett mit Freddy Nock geplatzt

Zeitsprung: 30 Jahre später, nämlich für das Stadtfest 2012, hätte es noch einiges spektakulärer werden sollen. Damals hiess es in dieser Zeitung: «Eine Begegnung zwischen zwei Menschen, losgelöst vom Boden auf einem 760 Meter langen Nylonseil zwischen der Schlossruine Stein und dem Schloss Schartenfels, 150 Meter über Boden – ein lang ersehnter Traum der Badener Künstlerin Stella Palino» hätte es werden sollen. Doch der Hochseilakt mit Stella und dem Extrem-Artisten Freddy Nock, der den Stadtfestbesuchern den Atem hätte rauben sollen, blieb ein Traum, weil das Projekt bei der Sponsorensuche platzte.

Zurück ins Jahr 1987. Palino wurde vom Badenfahrt-Fieber erfasst und stellte ein Variété-Theater auf die Beine, das in der «Arena del Gobon» auf dem Kirchplatz das allabendliche anderthalbstündige Theaterspektakel bildete. Etwas grösser richtete Palino dann an der Badenfahrt 1997 im Stolergut unten an der Limmat an, wo er auf dem «Traumschiff», der MS «Paloma», die «schönsten Szenen» in einer heiter-unterhaltsamen Form gezeigt wurden, bei denen sich das Publikum sogar beteiligen durfte.

An den folgenden grossen Badener Festen zog sich Stella Palino etwas zurück, oder besser hinauf in die Niklausstiege. Doch nicht etwa, um untätig zu sein. Auf einer eigens hergerichteten kleinen, schmucken Bühne gelangten jeweils selber inszenierte Stücke zur Aufführung, so «Das Bordell» oder «Die Lügner» nach dem italienischen Komödiendichter Carlo Goldoni.

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