Pandemie
«Ich bin froh, wieder richtig lernen zu dürfen»: Wie ein Wettinger Lehrling das erste Ausbildungsjahr trotz Corona meistert

Die Pandemie hat das Leben in vielen Bereichen verändert – auch die Lehre. Dario Scarnato erzählt über seinen angepassten Alltag und gefeierte Erfolge.

Sharleen Wüest
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Dario Scarnato: «Wenn Kunden glücklich sind, bin auch ich es.»

Dario Scarnato: «Wenn Kunden glücklich sind, bin auch ich es.»

Bild: Alex Spichale

Erst ein paar Tage ist es her, seit Aargauer Mittel- und Berufsschüler wieder vor Ort lernen dürfen. Um die Ausbreitung der mutierten Viren zu bremsen, hat der Aargauer Regierungsrat Ende Januar die Berufs- und Mittelschüler zurück in den Fernunterricht geschickt. Für viele ist das sogenannte Homeschooling eine grosse Umstellung. Auch für den Coiffeur-Lehrling Dario Scarnato aus Wettingen.

Der 17-Jährige hat seine Lehre im Sommer im Badener Coiffure Grimm begonnen. Die Wechsel zwischen Homeschooling und herkömmlicher Schule sind ihm schwergefallen. «Ich bin mit dem Stoff nicht so gut nachgekommen», erzählt Dario. Die Umstellung war gross. Auch der nähere Kontakt zu seinen Mitschülern fehlte dem Lehrling. Distanzen müssen eingehalten werden und Masken verdecken die genauere Mimik. «Mir ist aufgefallen, dass wir Menschen seit Pandemiebeginn auch weniger Kontakt zu andern suchen», sagt Dario nachdenklich.

Im Coiffeur-Salon herrscht nahezu Normalbetrieb

Dennoch habe er in den ersten Monaten seiner Lehre neue Bekanntschaften gemacht. Am Mittwoch konnte er wieder auf Onlinelektionen verzichten und seine Schulkameraden in der Berufsfachschule Baden sehen. «Es ist toll, wieder in die Schule gehen zu können. Ich bin froh, wieder richtig lernen zu dürfen», freut sich der 17-Jährige.

«Es herrscht eine gewisse Distanz», sagt der 17-jährige Lehrling.

«Es herrscht eine gewisse Distanz», sagt der 17-jährige Lehrling.

Bild: Alex Spichale

Corona hat in der Welt vieles auf den Kopf gestellt. Doch im Badener Coiffeur-Salon herrscht, zumindest nahezu, Normalbetrieb. «Natürlich fehlt uns die Laufkundschaft. Aber es freut uns umso mehr, dass unsere Stammkunden trotz Homeofficepflicht den Weg zu uns machen», so der Lehrling.

Darios tägliche Arbeit habe sich mit der Pandemie nicht gross verändert. Doch die Maskenpflicht sei gewöhnungsbedürftig. «Mittlerweile gehört die Maske einfach zum Alltag. Bei gewissen Arbeiten kann sie jedoch sehr lästig sein. Es passiert schnell mal, dass die Maske beim Föhnen in der Bürste einhängt», erzählt der 17-Jährige von seinen Erfahrungen.

«Ich freue mich, wenn Kunden zufrieden gehen»

Die grösste Veränderung in seiner Branche sei beim Umgang mit den Kunden: «Wir sprechen auch mit den Masken noch über Gott und die Welt, aber es herrscht eine gewisse Distanz. Man muss Kunden auf eine andere Art und Weise begrüssen. Kann ihnen die Hand nicht geben», sagt Dario. Es sei auch schade, dass die Mimik der neu frisierten Kunden durch die Masken nicht gut zu sehen ist. Klar könne man erkennen, ob jemand lächelt oder nicht, aber es sei nicht dasselbe.

Doch Dario ist vor allem eines – stolz. Er ist stolz darüber, die ersten Monate trotz erschwerter Umstände gemeistert zu haben. Er ergänzt lächelnd: «Ich freue mich immer, wenn die Kunden zufrieden gehen. Wenn sie glücklich sind, bin auch ich es.»

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