Solidarität

«Papa Keller» hilft Westafrika

Edi Keller, zweiter von links, setzt sich mit seiner Stiftung für die Côte d'ivoire ein.

Papa Keller

Edi Keller, zweiter von links, setzt sich mit seiner Stiftung für die Côte d'ivoire ein.

«Schweizer helfen Ivorern»: Unter dieser Bezeichnung ist in Baden ein Verein gegründet worden, der sich als erstes Projekt den Bau einer Dorfscheune vorgenommen hat.

Die Leute dort können viel mehr als wir ihnen zutrauen», sagt Edi Keller. «Wir müssen ihnen aber Gelegenheit geben, arbeiten zu können.» Mit «dort» meint er Afrika. Genauer die Elfenbeinküste, die République Côte d'Ivoire. Durch seinen Partner ist Edi Keller in engen Kontakt mit diesem westafrikanischen Land gekommen, das in jüngster Zeit durch die Wirren um die Präsidentennachfolge ins Blickfeld geraten ist. Die Eindrücke, die Edi Keller bei seinen Aufenthalten in der Elfenbeinküste gewinnen konnte, haben ihn bewogen, aktiv zu werden.

Inzwischen hat ein erstes Projekt Gestalt angenommen. In Yamoussoukro, der offiziellen Hauptstadt der Republik Elfenbeinküste, entsteht ein Appartment-Hotel mit dem Namen «Résidence Suisse». Träger dieses Projektes, das mit privaten Mitteln finanziert wird, ist die «Fondation Papa Keller». Die nicht gewinnorientierte Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, für Jugendliche in der Republik Elfenbeinküste Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen. Der Name der Stiftung ist darauf zurückzuführen, dass Edi Keller, Inhaber eines Ingenieurbüros in Gebenstorf, inzwischen Träger des Ehrentitels «Papa» - und zudem «zweiter Dorfkönig» - geworden ist. «Ich habe diese Positionen nicht gesucht», versichert er. «Es ist in diesem Lande aber einfach so, dass ältere Leute eine sehr hohe Achtung geniessen. Für mich hat das den Vorteil, dass ich mich frei bewegen und mit den Leuten in Kontakt treten kann.»

Hoteleröffnung im Herbst

Während die «Résidence Suisse», mit der vor allem Geschäftsleute angesprochen werden sollen, ihrer Vollendung entgegengeht - das Hotel soll im kommenden Herbst eröffnet werden - wird bereits ein weiteres Projekt in Angriff genommen: Dieses Projekt hat die Förderung der Selbstversorgung und der Beschäftigung zum Ziel. Dafür stehen der Fondation ein Grundstück von zwei Hektaren Fläche und ein kleiner Viehbestand zur Verfügung. Jetzt soll eine Scheune gebaut werden, die auch von der Dorfbevölkerung genutzt werden kann. Die Kosten für das Baumaterial und die Einrichtung werden auf 30000 Franken veranschlagt. Um die Finanzierung sicherzustellen, ist vor kurzem der Verein «Schweizer helfen Ivorern» gegründet worden. Edi Keller macht sich aber auch schon Gedanken über ein nächstes Hilfsprojekt: «Wir möchten eine Schule für ältere Analphabeten schaffen, damit sie in die Lage versetzt werden, einfache Sachen selber lesen und schreiben zu können.»

«Man kann in diesem Land mit relativ bescheidenen Mitteln sehr viel erreichen», stellt Edi Keller fest. «Man muss sich dabei auch stets überlegen, ob es sinnvoll ist, Maschinen anzuschaffen oder aber Leute arbeiten zu lassen und ihnen damit zu einer Verdienstmöglichkeit zu verhelfen.»

Und die Gründe für sein Engagement? «Mich faszinieren die menschlichen Werte und Qualitäten, die in diesem Land vorhanden sind», stellt Edi Keller fest. «Wenn man hilft, wird das nicht vergessen. Man spürt, dass etwas zurückkommt. Das mag zwar jetzt vielleicht nicht ganz uneigennützig tönen. Aber ich bin so ehrlich.» Und die Erfahrungen, die er bei seinem Einsatz machen konnte? «Ich bin mit einem ganzen Rucksack voller Vorurteile und mit einer gesunden Dosis Skepsis und Vorsicht in die Republik Elfenbeinküste gegangen», räumt Edi Keller ein. «Aber meine Erfahrungen, insbesondere auch mit dem Hotelprojekt, sind durchwegs positiv. »

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