Baden
Parkgebühren anno 1957: Liegestuhl-Aktion junger Männer brachte sogar Stadtpolizist zum Lachen

Die Erhöhung der Parkgebühren gab auch schon 1957 zu reden. Eine Trouvaille aus dem Fotoarchiv unseres Kolumnisten.

Pirmin Kramer
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Franz Streif (rechts), sein Bruder Klaus (links) und Arild Wideröe bei ihrer Liegestuhl-Aktion.

Franz Streif (rechts), sein Bruder Klaus (links) und Arild Wideröe bei ihrer Liegestuhl-Aktion.

zvg (Baden, 9. November 1957

Der Stadtrat will die Parkgebühren massiv erhöhen, was in der Stadt für ordentlich Gesprächsstoff sorgt. Das erinnert BT-Kolumnist Franz Streif (im Liegestuhl rechts) an den Winter 1957, als ebenfalls heftig über Parkgebühren diskutiert wurde. Die Stadt nahm am 7. November auf dem Bahnhofplatz 28 Parkuhren in Betrieb, was insbesondere den Besitzer eines nahe gelegenen Geschäfts störte, der zuvor sein Auto immer gratis abgestellt hatte. Er nervte sich doppelt, als er zwei Tage später sah, dass drei junge Männer diesen Parkplatz besetzten – mit drei Liegestühlen.

«Wir erlaubten uns einfach einen kleinen Spass», erzählt Franz Streif. Auf dem Liegestuhl links ist sein Bruder Klaus zu sehen (war langjähriger BT-Redaktor), in der Mitte Arild Wideröe. Aber warum diese Aktion? Die drei Freunde machten sich auch ein wenig lustig über die Mitteilung der Stadtpolizei «zur Orientierung der Bevölkerung» über die Handhabung der Parkuhren. «Die Parkuhr dient dazu, die Abstellzeit eines Fahrzeuges zu kontrollieren», hiess es darin.

Und weiter: Nicht abgestellt werden dürften Fahrräder, Mopeds, Motorräder, Handkarren und Handwagen. «Weil nirgendwo stand, dass wir uns nicht mit Liegestühlen auf das Parkfeld setzen dürfen, haben wir diese Idee aus Spass umgesetzt», erinnert sich Franz Streif. Die Passanten fanden die Aktion ziemlich amüsant – und sogar Stadtpolizist Gusti Müller (dritter Erwachsener von links auf dem Trottoir) konnte lachen. Allerdings erst, nachdem er die Parkuhr überprüft hatte: Die jungen Männer hatten sie mit 10 Rappen gefüttert, durften eine halbe Stunde liegen bleiben.

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