Das Kantonsspital Baden (KSB) ist um eine Institution reicher: Nach einer zweijährigen Bauzeit hat das KSB Partnerhaus seinen Betrieb aufgenommen. Das teilt das KSB in einer Mitteilung mit. Damit wird die Rolle des KSB als Drehscheibe des Gesundheitswesens im Osten des Kantons Aargau weiter gestärkt. Die Kosten für das siebengeschossige Gebäude belaufen sich auf rund 40 Millionen Franken. Das KSB Partnerhaus wurde vom Architektenbüro IttenBrechbühl konzipiert.

«Das KSB Partnerhaus hat Vorbildcharakter für die gesamte Gesundheitsbranche. Entsprechend stolz ist der Kanton Aargau als Eigentümer auf diese Infrastruktur», wird Regierungsrätin Franziska Roth, Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau, in der Mitteilung zitiert. «Mit der Tagesklinik Kubus und nun mit dem Partnerhaus zeigt das KSB, wie die mittlerweile weit verbreitete Forderung ‹ambulant vor stationär› wirkungsvoll umgesetzt werden kann. Mit der Planung wurde bereits begonnen, als sich die politische Diskussion noch im Anfangsstadium befand. Das zeugt von strategischer Weitsicht», sagt Regierungsrätin Roth weiter.

Zweite Etappe abgeschlossen

Mit der Inbetriebnahme des Partnerhauses ist die zweite Etappe der Modernisierung des KSB abgeschlossen. Vor zwei Jahren wurden bereits die Tagesklinik Kubus, in der hauptsächlich ambulante Eingriffe vorgenommen werden, sowie das neue Parkhaus eröffnet. Somit kann der Fokus nun voll auf das Kernprojekt gerichtet werden, den Neubau des Hauptgebäudes. Der Spatenstich für den 450 Millionen Franken teuren Neubau erfolgt Ende August 2018. Verlaufen die Bauarbeiten plangemäss, kann das KSB den Neubau im Jahr 2022 beziehen.

Bei der Modernisierung des Kantonsspitals Baden steht die Idee der integrierten Gesundheitsversorgung im Vordergrund. Einen wesentlichen Bestandteil stellt dabei das gestern eröffnete KSB Partnerhaus dar. «Mit dem Partnerhaus wird die Rolle des KSB als Drehscheibe des Gesundheitswesens im Osten des Aargaus weiter gestärkt», sagt KSB-CEO Adrian Schmitter. «Durch die Kooperation und Vernetzung unter den Gesundheitspartnern entsteht ein Versorgungssystem, das vorhandene Ressourcen und Synergien verstärkt nutzt und so einen Beitrag zur Kosteneinsparung leistet.»

40-Betten-Klinik eingerichtet

Als grösste Mieterin hat die RehaClinic AG aus Bad Zurzach die beiden obersten Stockwerke des KSB Partnerhauses bezogen. Sie hat dort eine 40-Betten-Klinik sowie eine Tagesrehabilitation eingerichtet, in der seit Montag Patienten betreut werden. Zudem zügeln demnächst Zweigstellen der Lungenliga, der Psychiatrischen Dienste (PDAG), der Balgrist PartnerOrtho sowie verschiedene ambulant ausgerichtete Abteilungen des KSB wie Pädiatrie, Chirurgie, Gastroenterologie, Ergotherapie und das Gefässzentrum ins Partnerhaus. Im Parterre können sich Patienten und Gäste zudem im «Caffè Orizzonte» verköstigen. Das Lokal, das einen Hauch von Italianità versprüht, wird Mitte Februar 2018 eröffnet.

Die Vereinigung von verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen unter einem Dach mache nicht nur aus politischer und wirtschaftlicher Sicht Sinn, schreibt das KSB in der Mitteilung. Auch für die Patienten würden sich Vorteile ergeben. Das Beispiel einer Fussoperation verdeutlicht das sehr anschaulich. So kann ein Patient nach dem chirurgischen Eingriff in der RehaClinic im Partnerhaus seine Rehabilitationstherapie starten – weite Transportwege entfallen. Mit der Balgrist PartnerOrtho befindet sich zudem eine führende Herstellerin und Anbieterin von orthopädischen Hilfsmitteln im Haus, deren Angebotspalette von Massschuhen über Prothesen bis hin zum Rollstuhlservice reicht.

Feierlich eröffnet wird das KSB Partnerhaus im Rahmen des traditionellen Frühjahrsanlasses, der am 22. März stattfindet. Ehrengast wird Regierungsrätin Franziska Roth sein.

RehaClinic baut Standort Baden aus

Nah am Patienten und nah an den Bedürfnissen des Patienten: Dies ist das Ziel, das RehaClinic AG mit dem Einzug ins KSB Partnerhaus anstrebt. Aus diesem Grund wurden in den beiden obersten Stockwerken eine 40-Betten-Klinik sowie ein Ambulatorium mit Tagesrehabilitation in Betrieb genommen. «Von RehaClinic Baden-Dättwil im KSB Partnerhaus profitieren vor allem die Patienten», sagt Margot Meyer, Geschäftsführerin RehaClinic Region Aargau.

Die Klinik ist auf die Behandlung von Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparats in Folge eines akuten Ereignisses, eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs spezialisiert. Ältere Menschen haben die Möglichkeit, in der Klinik ihre Mobilität wieder aufzubauen und zu stabilisieren.

Die räumliche Nähe zum Kantonsspital Baden sowie die enge Zusammenarbeit mit allen Akutspitälern der Region bringt vor allem den Patienten viele Vorteile: «Übertritte vom Akutspital in die Rehabilitation verlaufen für die Patienten reibungsloser und werden dadurch einfacher», sagt Margot Meyer und fügt an: «Der Austausch zwischen den behandelnden Experten ist fortan noch intensiver, die Zusammenarbeit geht Hand in Hand. Durch die Nähe zu einem Akutspital entstehen zudem weniger Rückverlegungen. Patienten wissen sich in guten Händen und können sich vollkommen auf ihre Genesung konzentrieren.» (AZ)