Baden

Peach Weber fühlt Cédric Wermuth und Pascal Furer auf den Zahn

Wahlpodium mit Peach Weber

Wahlpodium mit Peach Weber

Am Monntagabend trafen sich die beiden Nationalratskandidaten Cédric Wermuth (SP) und Pascal Furer (SVP) zu einem Streitgespräch. Hauptattraktion war aber der Moderator des Podiums: Der Komiker Peach Weber.

«Du hättest wohl lieber Roten gehabt», sagt Pascal Furer (SVP) und schenkt Cédric Wermuth (SP) ein Glas Weisswein ein. Der erste Lacher des Abends ist ihm sicher.

Die beiden Politiker «wollten schon lange etwas gemeinsam auf die Beine stellen», erzählt Furer. «Aber wir haben so unterschiedliche Ansichten, dass wir unsere Namen nicht zusammen auf einen Wahlzettel setzen können - der würde Feuer fangen.»

Publikum wurde einbezogen

Eine gemeinsame Podiumsdiskussion schien die Lösung zu sein. Als Moderator wurde der Komiker Peach Weber engagiert. «Ich habe nur unter der Bedingung zugesagt, dass ich mich nicht vorbereiten muss», sagt Weber.

Er wolle deshalb das Publikum die Themen bestimmen lassen: «Rufen Sie ihre Fragen einfach rein. Es hat keinen Wert, wenn die beiden hier über etwas reden, das keinen interessiert.» Das Publikum im Theater im Kornhaus lässt sich das nicht zweimal sagen: «Wohnraum» - «Kapitalismus» - «Drogenpolitik», war zu hören. «Drogenpolitik? Da kann ich gar nicht mitreden», meint Weber.

Er lenkt das Gespräch auf das Thema Atomstrom und macht gleich seinen Standpunkt klar: «Der Bundesrat sollte sich bei allen entschuldigen, die früher gegen die AKW protestiert haben», meint er und liefert sich einen Schlagabtausch mit Furer, der den Atomstrom nicht abschreiben will.

»Peach, willst du meinen Platz haben?», fragt Wermuth, der bisher kaum zu Wort gekommen ist - «Ich weiss ja nicht, wie fähig du wirklich bist», kontert Weber. Für Wermuth ist die Atomdebatte keine politische Frage, sondern eine moralische: «Auch wenn man den Atomstrom sicher machen kann, ist die Endlagerfrage nicht gelöst. Können wir das unseren Kindern und Enkeln zumuten?»

«Wenn wir eine Lösung für das Energieproblem haben, können mir meinetwegen morgen alle AKW abstellen», sagt Furer. «Wir haben aber im Moment nichts Besseres als die Kernenergie.»

Fehlende Raumplanung

Die Themen Raumplanung und Wohnraum scheinen das Publikum brennend zu interessieren: Gleich mehrere Personen stellen Fragen dazu.

«Die Geburtenrate geht zurück, die Zersiedelung ist vor allem durch die Zuwanderung entstanden», sagt Furer. «Das Problem an der Raumplanung ist, dass wir keine haben», meint SP-Vizepräsident Wermuth. Ausserdem seien die Mieten viel zu hoch, Normalverdiener und Familien könnten sich das Leben in einer Stadt wie Baden gar nicht mehr leisten. «Es braucht Genossenschaftswohnungen», findet er.

«Wie sollen wir das finanzieren?», will Furer wissen. Wermuth: «Wenn wir uns 22 neue Spielzeuge für die Armee leisten können, dann doch wohl auch ein paar Genossenschaftswohnungen.»

Furer verteidigt Armeeflugzeuge

Furer verteidigt die von seiner Partei propagierte Anschaffung der neuen Militärflugzeuge: «Wir müssen den Luftraum permanent überwachen können.»

«Bist du sicher, dass mit einer Abschirmung des Luftraums die Zuwanderung abnimmt?», wirft Weber schmunzelnd ein und führt mit dem Publikum an Ort und Stelle eine «repräsentative Volksabstimmung» durch: «Wer findet, die Armee soll mit dem Kauf der neuen Kampfflugzeuge noch bis Weihnachten zuwarten, der soll jetzt klatschen.» Tosender Applaus ertönt.

Zum Schluss will Weber von den Kandidaten ein Statement, warum man den anderen wählen sollte. «Cédric steht zu seiner Meinung - vor und nach den Wahlen», sagt Furer. Wermuth: «Bei der SVP sollte man die Leute wählen, die wie Pascal den sachlichen Austausch mit dem Gegner suchen.» Peach Weber wünscht sich, dass beide Kandidaten gewählt werden: «Dann neutralisieren sie sich gegenseitig.»

Meistgesehen

Artboard 1