Pedestrians ist das englische Wort für Fussgänger. Doch es stellt sich die Frage, ob der bodenständige Name in Zukunft noch zur Nachwuchsband aus Baden passt. Bisher wurden die fünf Jugendlichen Schritt für Schritt bekannter (und gewannen nebenbei Wettbewerb um Wettbewerb), doch jetzt stehen sie an der Schwelle zur nationalen Musikszene. Mit dem Sieg am Musikwettbewerb «MyCokeMusic Soundcheck» vergangenes Wochenende liessen sie nicht nur über 200 Konkurrenten hinter sich, sondern erhielten auch Fördergelder und professionelle Begleitung für ein Jahr im Wert von 50 000 Franken.

«I Haven't»: Mit diesem Song gewannen die Pedestrians den «MyCoke»-Musikwettbewerb.

«I Haven't»: Mit diesem Song gewannen die Pedestrians den «MyCoke»-Musikwettbewerb.

Am selben Punkt stand vor sechs Jahren eine junge, unbekannte Band mit dem Namen «77 Bombay Street». Steht den Pedestrians ein ähnlich kometenhafter Aufstieg bevor? «Wir werden in den nächsten Wochen mit der Musikagentur ‹Gadget› zusammensitzen und das nächste Jahr planen», sagt Sascha van den Berg, Schlagzeuger der Nachwuchsband, unaufgeregt. Schon jetzt investieren die fünf ehemaligen Schüler der Kanti Wettingen fast jede freie Minute in die Musik, eine Mischung aus Reggae, Pop und Jazz. Und sie werden auch nach ihrem Sieg voll beschäftigt sein.

«Am nächsten Samstag feiern wir im ‹Werkk› in Baden die Plattentaufe von unserem zweiten Album», sagt van den Berg. «Stoney Vere» haben die Musiker in London produziert. Es folgt eine dreimonatige Wintertour mit Konzerten in der ganzen Schweiz. Zurzeit sind die Jungmusiker mit Militär oder Studium beschäftigt. Setzen sie bald sogar alles auf die Karte Musik? Sascha van den Berg sagt: «Das steht noch in den Sternen. Wir könnten uns aber sicher vorstellen, nur noch Musik zu machen.»

Sieger wider Erwarten

Beinahe hätten die Pedestrians den Wettbewerb vergessen, der ihnen vielleicht zum Durchbruch verhelfen könnte: Im Sommer meldete sich die Band für den nationalen Musikwettbewerb mit einigen Aufnahmen an – und ging in die Ferien. «Wir hatten gar nicht mehr daran gedacht, als die Verantwortlichen im August mit uns Kontakt aufnahmen», erinnert sich van den Berg. Eine Jury hatte die Badener in den Kreis der letzten Zwölf gewählt, ab sofort entschied ein Online-Voting über das Weiterkommen. Der Rest ist bekannt und seither steht der Terminplan der Band Kopf. Die «Fussgänger» rennen zurzeit von einer Radiostation zur nächsten.