Man sei der Idiot, wenn man sich an ein neues Thema heranwage. Das verriet der preisgekrönte Journalist Peer Teuwsen dem Publikum im Trudelhaus. Der Schweiz-Korrespondent der deutschen Zeitung «Die Zeit» war zu Gast in der Reihe «Hörenfragen».

Was sind gute Fragen bei einem Interview? Wie bereitet man sich vor? Wovon hängt ein gutes Gespräch ab? Unter dem Titel «Wie man erfolgreich fragt» erzählte Peer Teuwsen aus seiner Laufbahn, las aus seinem Buch «Das gute Gespräch» und beantwortete Fragen. Ein einstündiger Interview-Crash-Kurs.

«Ich gestehe, manchmal hasse ich Sie.» So hat Teuwsen einst ein Interview mit Elton John begonnen. Begeistert war der Sänger darüber keineswegs, doch Teuwsen liess sich nicht beeindrucken und fuhr fort. Das läge daran, dass er manchmal nachts aufwache und «I`m still standing» im Kopf habe.

Die wichtigsten Interviewregeln

Das Eis war in diesem Moment gebrochen, und die Zuschauer im Trudelhaus haben zwei der wichtigsten Interview-Regel gelernt: Der Einstieg ist entscheidend und man darf sich seinem Gesprächspartner nicht unterlegen fühlen. Das A und O sei aber die Vorbereitung.

Man müsse viel über den Interviewten wissen und sich nicht am Fragenkatalog festklammern, sondern darüber reden, was ihn tatsächlich bewege. Nur wer es schaffe, eine lockere Atmosphäre zu schaffen und Vertrauen aufzubauen, erfahre etwas Neues.

Ausserdem interviewe er nur Menschen, für die er sich interessiere. Dass unter diese Kategorie auch Peach Weber fällt, offenbarte eine Publikumsfrage.

«Er ist ein Schweizer Phänomen», das ihn beeindrucke, meinte er. Auf der Bühne sei er seiner Meinung nach nicht wirklich lustig, umso besser seien seine AZ-Kolumnen.

Melanie Borter, die Organisatorin der Vortragsreihe, war also gefordert. Zu Analysezwecken quetschte sie den 2012 als Journalist des Jahres ausgezeichneten Teuwsen gleich zu Anfang aus. «Wo liegt Ennetbaden bei Zürich?», begann sie und bezog sich damit auf die Inhaltsangabe seines Buches.

Ein Lacher ging durch das Publikum. Teuwsen erklärte, das Buch sei nicht nur für Schweizer geschrieben worden, weshalb seine Wahlheimat geografisch der bekannten Stadt Zürich zugeordnet worden sei.

In den Aargau gezogen sei er mit seiner Familie wegen der Lebensqualität. Schliesslich könne man sich als Journalist in Zürich kein Haus mit Garten leisten.

Zur Presse gefunden hat er übrigens vor über zwei Jahrzehnten eher zufällig, da er nicht das Zeug zum Schriftsteller gehabt habe.