Wettingen
Peinliche Panne: Geheimes Protokoll landet im Gemeinde-Newsletter

In ihrem Newsletter informiert die Gemeinde Wettingen die Bevölkerung über öffentliche Angelegenheiten. Die letzte Ausgabe enthielt einen Link zu einem vertraulichen Protokoll.

Sabina Galbiati
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Abonennten des Wettinger Gemeinde-Newsletters hatten Zugriff auf vertrauliche Dokumente. (Symbolbild)

Abonennten des Wettinger Gemeinde-Newsletters hatten Zugriff auf vertrauliche Dokumente. (Symbolbild)

Keystone

Einige Abonnenten staunten nicht schlecht, als sie am Dienstag via E-Mail den Newsletter der Gemeinde Wettingen erhielten: Mit den Worten «Nachstehend machen wir Sie auf folgende aktuelle politische Geschäfte aufmerksam» verwies die Gemeinde auf einen Link im E-Mail zu einem nicht öffentlichen Protokoll der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Darin ging es offenbar um den Kommunalen Gesamtplan Verkehr. Die Protokolle der GPK-Sitzungen sind ebenso vertraulich wie jene der Finanzkommission oder des Gemeinderats und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Selbst der Einwohnerrat hat keinen Zugang zu solchen Sitzungsprotokollen.

Verschickt wurde der Newsletter kurz nach Mitternacht. «Wie viele Personen das E-Mail erhalten und das Protokoll aufgerufen haben, wissen wir nicht», sagt Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer. Die Gemeindekanzlei reagierte aufgrund von Meldungen einiger Abonnenten und sperrte den Link kurz nach sieben Uhr morgens. «Die Verlinkung im Newsletter war ein Fehler und nicht etwa Absicht», sagt Blickenstorfer. Eine Person, die auf der Gemeindekanzlei beschäftigt sei, habe den Befehl, den Link zum GPK-Protokoll im Newsletter einzufügen, aus Versehen angeklickt.

Einwohnerrat und GPK-Präsident Markus Haas (FDP) hat den Newsletter ebenfalls abonniert. Natürlich sei es denkbar unglücklich, wenn vertrauliche Dokumente versehentlich im Newsletter verschickt werden. «In diesem Fall war es kein brisantes Protokoll wie etwa eins von einer Gemeinderatssitzung oder der Bericht zu den Sozialen Diensten», sagt Haas. «Das wäre wirklich schlimm.»

Letztlich habe man Glück im Unglück gehabt, sagt Haas, der den Vorfall auch mit Humor nehmen kann: «Schliesslich machen wir alle Fehler und Missgeschicke passieren. Dennoch dürfte so etwas natürlich nicht mehr geschehen.» Er hoffe, dass die Gemeinde reagiert und einen zusätzlichen Sicherheitsschritt für die Publikation und Verlinkung von geheimen Dokumenten einbaue. «Dies auch aus der Überlegung, dass die Gemeinde einen sehr starken Online-Auftritt pflegt und alle Geschäfte und Dokumente zugänglich macht, die öffentlich sind», sagt Haas.

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