Baden
Peter Courvoisier will Geld sparen – Ruth Müri lieber Strom

Sie will sich für eine nachhaltige und kinderfreundliche Stadt engagieren, er bleibt auf dem bürgerlichen Weg: Die Stadtratskandidaten Ruth Müri und Peter Courvoisier im direkten Vergleich.

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Stadtratskandidatin Ruth Müri

Stadtratskandidatin Ruth Müri

Chris Iseli/ AZ

Die Aargauerzeitung stellt allen Badener Stadtratskandidaten die selben zwölf Fragen. Nun antworten Peter Courvoisier von der FDP und Ruth Müri vom Team. Die wichtigste Frage lautet wohl: Weshalb sollte Mann/Frau ausgerechnet Sie wählen? Ruth Müri verkauft sich direkt und sagt: «Weil ich mich für eine nachhaltige und kinderfreundliche Stadt engagiere.» Ausserdem bringe sie Erfahrungen aus verschiedenen Lebensbereichen mit: Führungserfahrung und Sachwissen aus der beruflichen Laufbahn, Gespür für politische Zusammenhänge aus dem Einwohnerrat sowie Organisationstalent und «eine Portion Gelassenheit als Mutter zweier schulpflichtiger Töchter».

Peter Courvoisier argumentiert, Baden sollte ihn wählen, weil die FDP die Wählerstärkste Partei sei. Ausserdem findet er: «Baden hat es verdient, den bürgerlich geprägten Weg weiter zu gehen.» Courvoisier will am Bewährten festhalten und die Projekte wie auch die gesunde Finanzlage weiterführen.

Die weiteren Antworten zu konkreten Sachfragen zeigen die Differenzen. Die 2000-Watt-Gesellschaft bedeutet für Courvoisier «zurzeit zu grosse Einschränkungen». Er stehe für einen sparsamen Umgang mit Energie ein, für eine 2000-Watt-Gesellschaft brauche es einen gesamtschweizerischen Weg «und noch viele technische Entwicklungen». Ruth Müri hingegen findet, man sollte versuchen die 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen: Manchmal müsse man sich hohe Ziele setzen, um weiterzukommen. «Wir können nicht so weiterleben, wie bis jetzt.»

Bei der überlasteten Tagesschule schlägt Courvoisier vor, diese auszubauen, Müri fordert einen Tagesstrukturen mit einem weiteren Mittagstisch in Rütihof, damit die Kinder von dort nicht die Tagesschule in Baden besuchten.

Während Müri für Fusionen plädiert, da die heutigen Herausforderungen nur in der Region gelöst werden könnten. Genügt Courvoisier die jetzige Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden. Die Interessen der Gemeinden müssten gewahrt werden, Fusionen seien nicht vordringlich.

Zu den teuren Wohnungen der Innenstadt sagt Courvoisier, Baden könne noch verdichtet werden und er würde Alterswohnungen auf dem Müllerbräu-Areal begrüssen. Müri findet: «Es können nicht alle Menschen in der Innenstadt wohnen.» Sie sei auch nicht unbedingt eine ideale Lage für Kinder. Beide nennen den Kappelerhof, wo neuer günstiger Wohnraum enstehe.

Für die Belebung der Innenstadt setzt Müri auf mehr Restaurants statt nur Kleiderläden, Partylärm aber wolle niemand. Courvoisier sagt: «Ganz persönlich geniesse ich die abendliche Ruhe in der Stadt.» Die Innenstadt als Einkaufsort sei wichtig fürs Gewerbe.

Wie sehen die beiden gemäss ihren Vorstellungen also Baden in 20 Jahren? Courvoisier will den eingeschlagenen Wet der letzten Jahrzehnte beibehalten, die Stadt weiterentwickeln und badenspezifische, weltoffene Lösungen suchen. Müri sieht Baden als nachhaltige Regionalstadt mit bis zu 100 000 Einwohnern auf dem Weg zu einer 2000-Watt-Gesellschaft.

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