«Jedes Mal, wenn wir vom Güterweg her an die Limmat oder zum Höhenweg wollen, müssen wir mit dem Kinderwagen über die Landstrasse rennen», sagte der Untersiggenthaler Igor Garcia gegenüber der az.

Der Fussgänger könne zwar am Kreisel beim Mühleweg die stark befahrene Hauptverkehrsachse sicher überqueren. Wer aber weiter Richtung Würenlingen wohne, der fände keinen Fussgängerstreifen oder sonstige Möglichkeit, um die Landstrasse gefahrlos zu passieren.

Aus diesem Grund hat der Familienvater auf der neuen Online-Plattform petitio.ch seinem Anliegen – zusätzliche Fussgängerquerungen auf der Landstrasse – Ausdruck verliehen. Und offenbar den Nerv getroffen: Mit 226 Unterstützern hat Garcias Petition bereits vor Ablauf der Frist am Samstag die benötigte Anzahl beisammen, sodass bald ein Brief an die Verantwortlichen auf kommunaler Seite eingereicht wird.

Zumindest eine Querungshilfe

Doch was hält die Gemeinde von der Idee zusätzlicher Fussgängerquerungen? «Die fehlenden Übergänge auf der Landstrasse sind uns schon länger bekannt», sagt Gemeindeammann Marlène Koller (SVP). Der Verkehr in Untersiggenthal generell sei ein Thema. Gemeinsam mit dem Kanton habe man deshalb im Rahmen des Verkehrsmanagements Baden-Wettingen verschiedene Projekte ausgearbeitet.

Dazu gehört auch eine neue verkehrsabhängige Lichtsignalanlage bei der bestehenden Verkehrsberuhigungsinsel auf Höhe des Güterwegs – dort, wo sich Petitionär Garcia eine Fussgängerquerung wünscht. Ob es beim Güterweg einen Zebrastreifen geben wird, kann Koller noch nicht sagen: «Bei der Realisierung ist in erster Linie der Kanton zuständig.» Sie sei aber zuversichtlich, dass es zumindest eine Querungshilfe für Fussgänger geben werde.

Mit der neuen Lichtsignalanlage wird der Verkehr bei Staugefahr in Untersiggenthal von Würenlingen kommend angehalten und nur noch dosiert Richtung Baden eingelassen. Wie stark der Verkehr dosiert wird, hängt von den aktuellen Staulängen und Verkehrsmengen auf der Landstrasse zwischen der Schöneggstrasse in Untersiggenthal und der Boldistrasse in Obersiggenthal ab. «Wenn keine Staugefahr im Siedlungsgebiet besteht, ist die Ampel ausgeschaltet», schreibt der Kanton in seinem Projektbeschrieb. Ziel der neuen Anlage sei nicht primär, die Landstrasse zu entschleunigen, sagt Marlène Koller. Vielmehr soll man künftig ohne Stau durchs Dorf fahren sowie ohne grosse Probleme in die Landstrasse einbiegen können.

Nicht nur beim Güterweg soll es eine Fussgängerquerung geben, sondern auch weiter dorfauswärts Richtung Würenlingen: bei der Kreuzung Land-/Rooststrasse, wo es Richtung «Stroppel»-Areal geht. Die Verkehrssituation sei seit längerem unbefriedigend, sagt Gemeindeammann Koller. «Auch dort sind Massnahmen vorgesehen.» So soll bei der Einfahrt zur Rooststrasse zum einen die Einspurstrecke verbessert werden, zum anderen eine Querungshilfe (Mittelinsel) realisiert werden.

Projekt soll 2018 realisiert werden

Petitionär Igor Garcia ist positiv überrascht, dass sein Anliegen auf breite Unterstützung trifft. Auch sei sehr erfreulich, dass bereits konkrete Pläne vorliegen. Das Teilprojekt «Dosierung Untersiggenthal West» des Verkehrsmanagements Baden-Wettingen soll gemäss Zeitplan des Kantons zwischen Januar und Oktober 2018 umgesetzt werden.