«Ein alter Pfadfinder ist voller Findigkeit. Aus allen Schwierigkeiten oder Nöten findet er einen Weg.» Dies dachten sich auch die Mitglieder der Pfadi Riko Spreitenbach und setzen das Zitat von Robert Baden-Powell («BiPi»), dem Gründer der Pfadfinderbewegung, in die Tat um. Die Jugendorganisation und freiwillige Helfer sammeln seit August Geld, um das Heim schöner und sicherer zu machen.

168'400 Franken sollen in die Sanierungskosten des Pfadiheims gesteckt werden. Dem Verein fehlen bis zu diesem Ziel noch rund 100'000 Franken. Ein undichtes Dach, Schimmel an den Wänden und gebrochene WC-Schüsseln: Dies sind nur wenige Punkte einer langen Liste von Dingen, die sanierungsbedürftig sind. Als von der Orts- und Einbürgergemeinde Spreitenbach 1993 das Land und 230'000 Franken für den Pfadiheimverein zur Verfügung gestellt wurde, bauten die Mitglieder das Haus mit eigenen Händen. Um Geld zu sparen, nahmen sie unter anderem Ziegelsteine aus zweiter Hand.

Nun droht das Pfadiheim nach all den Jahren immer mehr zu verfallen. «Nachdem wir das undichte Dach entdeckt hatten, fingen wir an, uns intensiver im Haus umzusehen und alle Mängel aufzuschreiben. Jetzt ist es notwendig, dass wir eine Renovation in Angriff nehmen», sagt Sandra Binzegger, ehemalige Pfadfinderin und Leiterin der Spendenaktion. Mit Aktionen wie dem «Tag der guten Taten», an dem die Pfadikinder Arbeiten der Ortsanwohner wie Unkraut jäten übernahmen, oder dem Verkauf von Legoanhängern am Weihnachtsmarkt, sammelt die Jugendorganisation das fehlende Geld. Um die Spreitenbacher und Killwangener auf die Spendeaktion aufmerksam zu machen, veranstaltet der Verein am 24. März einen Tag der offenen Tür im Pfadiheim Spreitenbach.

«Zuerst nur das Dringendste»

Auch Ortsansässigen kommt eine Renovation zugute. Sei es für Geburtstage, Familientreffen oder sogar Hochzeiten, das Erdgeschoss des Hauses wird von vielen als Partyraum genutzt, womit die Pfadi auch zusätzlich Geld sammeln kann. Nebst der Vermietung als Partyraum ist auch die Papiersammlung eine wichtige Einnahmequelle für den Verein. Die Gemeinde Spreitenbach hat sich mit 34'000 Franken, Killwangen mit 2000 Franken beteiligt. Marcel Lang, Gemeinderat von Spreitenbach, findet:«Vereine leisten für das gesellschaftliche Zusammenleben und für die Gemeinschaft eine wichtige Arbeit. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit, in der Kinder und Jugendliche sich immer mehr in den sozialen Medien bewegen, finde ich es mehr denn je notwendig, Vereine wie die Pfadi Riko zu unterstützen.» Das Geld für das Dach, das rund 44'000 Franken kostet, hat der Verein bereits zusammen.

«Auch wenn wir nicht den ganzen Betrag zusammenbekommen, beginnen wir im August 2018 mit den Renovationsarbeiten. Dann nehmen wir halt nur das Dringendste in Angriff», sagt Sandra Binzegger. «Wir wollen der kommenden Generation keine finanziellen Verpflichtungen überlassen und ihnen ein schönes Pfadiheim bieten.»