Wettingen

Pflanzen haben Stress bei Hitze: So verändert der Klimawandel Zucchetti, Bohnen und Co.

In Gewächshäusern testen Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen die Auswirkungen des Klimawandels.

In Gewächshäusern testen Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen die Auswirkungen des Klimawandels.

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf unsere Pflanzen. Das belegen Studien seit Jahren.

Doch wie genau reagieren Gemüse, Früchte und Bäume auf die Erderwärmung? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Kantonsschule Wettingen. Die Schülerinnen und Schüler der 3. Klasse machen mit beim Projekt «Klimagarten 2085» der ETH Zürich sowie der Universitäten Zürich und Basel. Der Klimagarten wird seit dem Frühling an fünf Gymnasien in Zürich, Basel und Graubünden drei Monate lang in den Unterricht integriert. In einem Blog der ETH Zürich können Schülerinnen und Schüler den Fortschritt ihrer Experimente dokumentieren.

Die Kantonsschule Wettingen simuliert in zwei speziell eingerichteten Gewächshäusern, wie sich ein Temperaturunterschied von rund vier Grad auf die Entwicklung von Pflanzen auswirkt, heisst es in einer Medienmitteilung der Kantonsschule. Ein solcher Temperaturanstieg wird gemäss einer Studie der ETH Zürich und Meteo Schweiz für die Nordwestschweiz bis ins Jahr 2085 prognostiziert, falls die weltweiten Treibhausgasemissionen bis dahin nicht deutlich reduziert werden.

Nach wenigen Wochen deutliche Unterschiede

Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren im Rahmen von Projekt- oder Maturaarbeiten in den Treibhäusern über mehrere Wochen die Entwicklung und Vitalität von Nutzpflanzen wie Mais, Bohnen, verschiedenen Gemüsen, aber auch von Wiesenstücken und jungen Bäumchen. «Wir konnten bei durchschnittlich drei Grad mehr und identischer Bewässerung bereits nach wenigen Wochen erstaunlich deutliche Unterschiede zwischen den untersuchten Pflanzen feststellen», erläutert Thomas Werner, Biologielehrer der Kantonsschule Wettingen.

So wurde etwa deutlich, dass Weisstannen stark unter erhöhten Temperaturen litten, selbst wenn sie täglich gewässert wurden. Andere Pflanzen wie Bohnen oder Zucchetti zeigten unter höheren Temperaturen hingegen verstärktes Wachstum, wenn genügend Wasser verfügbar war. Das Fazit daraus: Jede Pflanze ist an bestimmte Umweltbedingungen angepasst. Doch wie lautet das allgemeine Ergebnis hoher Temperaturen und Wasserknappheit, wie sie die Sommermonate in der Schweiz der Zukunft immer häufiger aufweisen werden?

Gewisse Tannen werden aus Wäldern verdrängt

«Die meisten untersuchten Pflanzen zeigten deutliche Stresssymptome», sagt Werner. Daraus lasse sich schliessen, dass gewisse Tannen durch die Klimaerwärmung wahrscheinlich aus den Wäldern des Mittellandes verdrängt werden. Auch mache es möglicherweise Sinn, gewisse Gemüsepflanzen durch andere Sorten zu ersetzen.

Um diese gewonnenen Ergebnisse des Klimagartens einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, wurden am jährlichen Klosterfest die Türen der Gewächshäuser geöffnet und öffentliche Führungen durch die Gewächshäuser mit den unterschiedlichen Temperaturen angeboten. Wie die Kantonsschule Wettingen mitteilt, war der Besucherandrang trotz durchzogenem Wetter gross.

Zudem durfte eine Primarschulklasse aus Sisseln Ende Juli einen Tag an der Kantonsschule Wettingen verbringen. Dort konnten die zehnjährigen Schülerinnen und Schüler kleinere Experimente im Klimagarten der Schülerinnen und Schüler durchführen.

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