Der Frühling ist da: Die perfekte Zeit, um seinen Garten wieder in Form zu bringen, Unkraut zu entfernen und Schädlingen zu Leibe zu rücken. Der Griff zum Unkrautvertilgungsmittel, zum Insekten- oder Schneckengift ist da natürlich verlockend. Doch die Schadstoffe daraus gelangen durch den Boden in die Gewässer und gefährden so die Tier- und Pflanzenwelt im Bach: Krebs- und Fischsterben oder gar das Verschwinden ganzer Tier- und Pflanzenarten sind die Folge.

Betroffen davon sind insbesondere kleine Gewässer – wie der Furtbach. Das haben Messungen des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) des Kantons Zürich ergeben. Gefährlich für den Menschen kann es werden, wenn giftige Rückstände das Grundwasser verunreinigen und ins Trinkwasser gelangen.

Deutliche Resultate

Die Pestizide, die man in den Gewässern findet, gehören zu den so genannten Mikroverunreinigungen. Unter diesem Begriff fasst man organische Schadstoffe zusammen, welche bereits in sehr tiefen Konzentrationen die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen schädigen können.

«Die Resultate haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Pestizide im Furtbach aus Pflanzenschutzmitteln stammen, die im Siedlungsraum verwendet werden», sagt Jürg Sinniger von der Abteilung Gewässerschutz des Awel. Das Problem dabei ist, dass die privaten Anwender von Pflanzenschutzmitteln nur schwer zu erreichen sind. Aus diesem Grund hat das Awel die Stiftung «Praktischer Umweltschutz Schweiz», kurz «Pusch», beauftragt, eine Kampagne zu realisieren, um die Bevölkerung auf das Thema zu sensibilisieren.

Sorgfältiger, sparsamer Umgang

Das Projekt «Stopp den Giftzwerg» will die Bevölkerung im Furttal zu einem sorgfältigen und bewussten Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ermuntern. «Die meisten Menschen sind sich gar nicht bewusst, welche Auswirkungen der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hat», so Jürg Sinniger.

Ausserdem gäbe es auch gute Alternativen zur Chemie. Ist allerdings der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unumgänglich, ist es nach Angaben des Fachmannes wichtig, das richtige Mittel zu nehmen und sich genau an die Dosierung zu halten. Zudem gelte es auch, die Mittel richtig zu entsorgen.

Würenlos nicht einbezogen

Etwas bedauerlich ist, dass die Giftzwerg-Kampagne ausschliesslich die Gemeinden des Furttals im Kanton Zürich berücksichtigt. Während also in den Zürcher Gemeinden in der Schule auf das Thema aufmerksam gemacht wurde, geschah in Würenlos nichts: «Wir haben noch nichts von dieser Kampagne gehört», sagt Johannes Gabi, Vizeammann der Gemeinde Würenlos auf Anfrage. Allerdings sei er natürlich dankbar für alles, was passiere.

«Die Situation mit dem Furtbach ist weitgehend unbefriedigend.» Das Giftzwerg-Projekt läuft im Furttal noch bis im Juni. Im kommenden Jahr will die Stiftung «Push» aber eine nationale Kampagne durchführen.