Baden

Philip Maloney löst zwei weitere haarsträubende Fälle

Michael Schacht mimt den Privatdetektiv Philip Maloney.

Michael Schacht mimt den Privatdetektiv Philip Maloney.

Michael Schacht und Jodoc Seidel lasen im Nordportal Geschichten des Privatdetektivs Philip Maloney.

Seit 27 Jahren löst der Privatdetektiv seine haarsträubenden Kriminalfälle: immer am Sonntag, Woche für Woche, bei Radio SRF. Längst hat er Kultstatus erreicht. Aber eines ist dieser «Philip Maloney» mit Sicherheit nicht – ein Sympathieträger. Dennoch ist er unzähligen Hörerinnen und Hörern ans Herz gewachsen.

Am Freitagabend lasen die Schauspieler Michael Schacht und Jodoc Seidel im Nordportal die Geschichten von Philip Maloney. Allmählich füllten sich die Zuschauerränge. Am Ende fanden rund 100 Besucher den Weg hierher. Dann traten sie auf die Bühne, die beiden Protagonisten. Michael Schacht, als Maloney, mit der Lesebrille zuvorderst auf der Nasenspitze, den zerzausten Haaren und mit diesem etwas schludrigen hellen Mantel, einem Trenchcoat, wie ihn Inspektor Colombo im Fernsehen auch jeweils zu tragen pflegte. Jodoc Seidel mit blauem Hemd und Hosenträgern. «Na, Maloney», begann Letzterer, «Sie sind doch nun in einem Alter, in dem Sie sich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zuwenden sollten.» Doch Maloney, so stellte sich rasch heraus, ist weder an Sport, noch an irgendwelchen anderen Hobbies interessiert. Er wendet sich lieber dem Whisky zu und wird allerhöchstens nachts zum Orientierungsläufer zwischen den Bars der Stadt.

Der Fall begann wie immer harmlos. Sein neuer Klient, ein Erfinder und leidenschaftlicher Marathonläufer erschien in seinem Büro. Er erzählte ihm von einer revolutionären Textilfaser, die bei der Fettverbrennung helfen sollte. Doch Maloneys Klient bangte um sein Patent: Drei Trikots waren spurlos verschwunden. Es dauerte nicht lange, da stiess Maloney bei seinen Ermittlungen auf die erste Leiche.

Auch im nächsten Fall, den der Privatdetektiv an jenem Abend, entgegen den Ermittlungen der Polizei, lösen sollte, war bald eine Leiche im Spiel. Diesmal musste er sich mit den Rockmusikern «Die Nassen Hosen» herumschlagen.

Packender Wortwitz

«Die beiden sind genauso, wie ich sie mir immer vorgestellt habe», fand eine begeisterte Zuschauerin später im Gespräch. Sie verfolge die Hörspiele am Radio regelmässig, sagte sie. Es sei der Wortwitz und die dichte Schreibweise, die sie an diesen Geschichten so faszinierten. Tatsächlich aber ist es ein grosser Unterschied zwischen den Hörspielen am Radio und einer Lesung live auf der Bühne. Mit den Slapsticks gewinnen die Geschichten eine zusätzliche Dimension, die die Zuschauer immer wieder zum Schmunzeln bringen. Sei es wenn der etwas dümmliche Kommissar, der lieber Kreuzworträtsel löst als Kriminalfälle, einen Finger in die Luft streckt, um seinen Worten Bedeutung zu verleihen, und sagt: «Natürlich habe ich Hobbies, ich habe ein Buch gelesen!» Oder sei es, wenn der Schauspieler Michael Schacht während seinen Ermittlungen als Maloney ins Gespräch kommt, zum Beispiel mit einem leidenschaftlichen Hobbygärtner. Dabei spielt er beide Protagonisten gleichzeitig und tritt nur einen Schritt auf die andere Seite des Mikrofons. Den einen mimt er mit der gewohnt tiefen, sonoren Stimme, den anderen mit ausgesprochen hellem sächsischem Dialekt. Dabei lassen sich die beiden kaum ausreden und fallen sich ständig gegenseitig ins Wort. Diesen Witz kann das Hörspiel nicht vermitteln.

Ein Fan des Erfinders

Er sei ein grosser Fan von Roger Graf, dem Erfinder dieses eigensinnigen Privatdetektivs, sonst würde er das nicht so lange machen, fand der Schauspieler Michael Schacht am Ende der Vorstellung im Gespräch. «Maloney ist ein Zustand – ein schlechter Zustand», sagte er, «einer, der konsequent gegen den Strom schwimmt.» Vielleicht ist es gerade die Figur des konsequenten Antihelden, der die Serie über die Jahre hinweg so erfolgreich gemacht hat.

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