Louis F. Keller aus Klingnau wollte heute Morgen seine Swisscom-Handyrechnung per Online-Banking bezahlen. «Ich dachte zwar, ich hätte diese Rechnung schon bezahlt, doch ich war mir nicht mehr sicher», so Keller. Also gab er alle nötigen Angaben ein. Doch nachdem er die Referenznummer eingetippt hatte, erschien eine Fehlermeldung. «Da wurde ich stutzig und rief die Hotline der Swisscom an», schildert Keller. Am Telefon wurde ihm bestätigt, dass er nicht der einzige Kunde sei, der eine falsche Rechnung bekam.

«Das war ein Phishing-Versuch. Diese Rechnungen stammen nicht von uns», bestätigte Annina Merk, Swisscom-Mediensprecherin, gegenüber az. Unter Phishing versteht man den Versuch, illegal an Daten von Internetbenutzern zu kommen. Mit den erhaltenen Daten können beispielsweise Konten geplündert werden.

Swisscom startete sofort Warnhinweise

Man habe auf diese Aktion sofort reagiert und mit einer Sprachaufnahme auf der Hotline, mit Warnhinweisen per Mail und auf der Website auf die unechten Rechnungen aufmerksam gemacht, so Merk. «Wie viele Kunden Opfer dieser Attacken wurden, können wir nicht genau sagen. Denn Kunden, die die Warnungen auf der Hotline und auf der Website bemerken, werden natürlich nicht registriert.»

«Solche Phishing-Versuche kommen in Wellen, wie auch Spam-Mails. Woher die Attacke genau kam, ist schwierig zu eruieren», erklärt Merk. Swisscom-Kunde Keller aus Klingnau ist es wichtig, dass andere Kunden vor dieser Gefahr gewarnt werden. «Bei der Rechnung hat alles gestimmt: meine E-Mail sowie alle anderen Angaben. Nur die Referenznummer war falsch.»

Stutzig machte Keller aber schliesslich auch die Formulierung, die unter den Rechnungsangaben stand: «Klicken Sie hier, die Online-Zahlung zu beginnen.» Doch das war der einzige kleine Fehler. «Häufig sind solche Phishing-Versuche leicht zu erkennen, weil sie sprachlich ganz schlecht formuliert wurden. Aber es gibt wie in diesem Fall auch schwierig zu erkennende», sagt Merk.