Pilzbefall
Eschen drohen einzustürzen: Die Bäume entlang des Dorfbachs in Wettingen werden gefällt

Der Pilzbefall hat der Forstverwaltung keine Wahl gelassen: Um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, müssen rund 90 Kubikmeter Bäume beim Friedhof Brunnenwiese gefällt werden.

David Rutschmann
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Entlang des Dorfbachs liegen die gefällten Bäume.

Entlang des Dorfbachs liegen die gefällten Bäume.

ZvG

Eschentriebsterben, in der Schweiz eher als «Eschenwelke» bekannt, ist seit einigen Jahren ein Problem, welches den laut kantonalem Umwelt-Departement zweitwichtigsten heimischen Laubbaum bedroht. Die «Eschenwelke» ist nun auch für die Baumfällaktion am Dorfbach verantwortlich.

Schuld ist das «Falsche Weisse Stängelbecherchen». Einer gewissen aktuellen Pandemie gar nicht unähnlich, stammt diese Pilzart wahrscheinlich aus Ostasien und gelangte durch die Globalisierung nach Mitteleuropa. 2008 wurde der Pilz erstmals in der Schweiz nachgewiesen, die Ausbreitung läuft rasant.

Die Folge: Welke Blätter im Sommer, Blattflecken und Rindenverfärbungen. Gut zu erkennen ist der Befall an einer Verbuschung der Baumkrone. Irgendwann faulen die Wurzel durch den Pilzbefall ab – dann kann die Esche unvermittelt umfallen.

Pilzbefall breitet sich zu rasch aus

Die Bäume könnten also plötzlich auf Wettinger Friedhofbesucher stürzen. Also sah sich die Gemeinde gezwungen, zu handeln und begann am Montag, entlang des Dorfbachs beim Friedhof rund 90 Kubikmeter Eschen zu fällen.

«Wir hätten einige der Bäume zwischendrin stehen lassen können. Aber der Pilzbefall breitet sich so schnell aus, dass wir dann in einiger Zeit schon wieder hätten ausrücken müssen», sagt Forstbetriebsleiter Markus Byland. Bereits vor zehn Jahren hätte es hier eine Baumfällaktion gegeben, erzählt er, bei der sogar ein Helikopter im Einsatz war.

Byland erklärt, dass es nicht um eine Rodung handelt und entsprechend auch keine Aufforstung stattfinden wird. Man will die bestehenden Sträucher wachsen lassen. Das Holz, das durch die Baumfällaktion anfällt, komme der Einwohnergemeinde als Holzbriketts zugute.

Die Bedenken besorgter Anwohner, was nun mit den hier wohnhaften Eichhörnchen passiere, räumt er beiseite: «Es wäre zu unsicher gewesen, die Bäume stehen zu lassen. Ich bin überzeugt, dass die Eichhörnchen wieder eine Unterkunft finden, wenn man sie in Ruhe lässt.»