Obersiggenthal
Pilzsammler: «Es ist noch nie jemand gestorben, der von meinen Pilzen ass»

Im Herbstwald mit dem passionierten Pilzsammler Fritz Hofmann aus Dättwil. Die Reportage zeigt: Für einen Pilz-Ausflug braucht es gute Schuhe, einen Korb, ein Messer - und einen scharfen Blick.

Corinne Rufli
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Unterwegs mit Pilzsammler Fritz Hofmann
13 Bilder
Rotfussröhrlinge kann man ins Ristotto tun
Hallimasch, alt, wenn jung essbar
Maronen Röhrlinge schmeckem fast wie Steinpilze
Totentrompeten werden beim kochen ganz schwarz und schmecken gut in Knoblauch gedünstet
Ein hochgiftiger Knollenblätterpilz
Alte Boviste, die stäuben, wenn man draufsteht. Sie sind essbar, wenn sie jung sind
Der Reizker ist essbar
Ein feiner Eierschwamm
Fliegenpilz-Kolonie
Hallimasch Kolonie
Fliegenpilze
Ein kleiner Fliegenpilz

Unterwegs mit Pilzsammler Fritz Hofmann

Corinne Rufli

«Ich kenne nur diejenigen Pilze, die man essen kann», sagt Fritz Hofmann verschmitzt. Der frisch pensionierte Dättwiler ist ein passionierter Pilzsammler. Seit über dreissig Jahren streift er regelmässig durch den Wald am Siggenberg. Eine Pilzsuche dauert bei ihm schnell einmal drei bis vier Stunden. «Mir geht es hauptsächlich um die Bewegung», sagt der 63-Jährige.

Für einen Pilz-Ausflug braucht es gute Schuhe, einen Korb, ein Messer - und einen scharfen Blick. Hofmann steigt flink über die dornigen Beerenstauden, kraxelt den steilen Hang hinauf - bücken tut er sich aber nicht vergebens, nur dann, wenn sein Fund auch essbar ist.

«Es ist noch keiner gestorben»

Fritz Hofmann wird schnell fündig: Das viele Laub am Boden hindert ihn nicht, auch die noch so kleinen Eierschwämme zu entdecken. Er erklärt, dass man auf die Lamellen-Struktur achten muss, damit man sie nicht verwechselt. «Es ist noch nie jemand gestorben, der von meinen Pilzen ass», sagt Hofmann und lacht. Das Körbchen füllt sich immer mehr mit leckeren Eierschwämmen. Er mag keine Pilzgemische, deshalb sammelt er meist nur eine Pilzsorte aufs Mal.

Steinpilze, Olivenöl und Salz

Auch wenn die Pilzsaison sich langsam dem Ende nähert, ist die Auswahl an Risotto-Zutaten gross: Rotfussröhrling, Reizker oder Maronenröhrling - der dem Steinpilz in nichts nachstehe - finden sich. Sowie alte Hallimasche und runde staubige Boviste, die als junge Pilze essbar sind. Totentrompeten wachsen zuhauf, und auch wenn der Name etwas anderes vermuten lässt, die schwarzen Pilze schmecken wunderbar.

Die Ausbeute lässt sich sehen: Mehr als ein Kilo Eierschwämme warten auf die Pfanne. Hofmanns Tipp: Die Eierschwämme mit Knoblauch dünsten, mit Weisswein ablöschen, Salz und Pfeffer und ein wenig Rahm beigeben. Das selbst gesammelte Znacht wird zum Festschmaus.

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