Baden
Planer halten fest: Limmattal soll nicht durchgehend überbaut werden

Der Regionalplanungsverband Baden Regio beteiligt sich am ETH-Projekt Limmattalstadt. Darin werden drei Siedlungsschwerpunkte vorgeschlagen: Zürich, Dietikon-Spreitenbach und Baden-Wettingen.

Dieter Minder
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Das Limmattal, mit Spreitenbach im Vordergrund, der Autobahnraststätte Würenlos (blaues Gebäude, Mitte), den Hochhäusern von Neuenhof (links) sowie Wettingen und Baden (hinten). AZ Archiv/Wal

Das Limmattal, mit Spreitenbach im Vordergrund, der Autobahnraststätte Würenlos (blaues Gebäude, Mitte), den Hochhäusern von Neuenhof (links) sowie Wettingen und Baden (hinten). AZ Archiv/Wal

«Das Limmattal ist der Motor der Zukunft und dabei will der Regionalplanungsverband Baden Regio mitgestalten», sagt Markus Dieth. Der Wettinger Gemeindeammann ist Präsident der Planungsgruppe Baden Regio.

Mit dem Beschluss, sich an dem ETH-Projekt mit dem Arbeitstitel Limmattalstadt GmbH zu beteiligen, unterstreichen die Planungsgruppe und damit die ihr angeschlossenen 20 Gemeinden ihren Gestaltungswillen.

Langfristige Vorstellungen

Im Zentrum des Projektes stehen drei Schwerpunkte, um den künftigen Bewohnern einen attraktiven Lebensraum bieten zu können: Siedlung, Verkehr und Natur.

In allen drei Bereichen sind mehrere Teilprojekte am Laufen. Dazu zählen die auf Wohnen, Wirtschaft und Freizeit ausgerichtete regionale Entwicklungsstrategie (RES), das regionale Entwicklungskonzept Baden Regio (REK) mit dem Schwergewichten Raum- und Verkehrsplanungen sowie die Limmattalbahn.

«Das Limmattal soll kein durchgehendes Stadtband werden», umreisst Dieth einen der Planungsgrundsätze. Vorgeschlagen werden drei Siedlungsschwerpunkten, nämlich Baden-Wettingen, Dietikon-Spreitenbach und Zürich. Diese sollen weitgehend das erwartete Bevölkerungswachstum von rund 20 000 Personen in den nächsten Jahrzehnten aufnehmen.

Baden Regio: Verkehrskonzept für das untere Aareal

Ende 2013 hatte der Regierungsrat das Projekt Baldeggtunnel gestoppt. Mit diesem hätte der Strassenverkehr vom unteren Aaretal zur Autobahn geführt werden sollen. Nun hat der Kanton vorgeschlagen zusammen mit den Planungsgruppen Baden Regio, Brugg Regio und Zurzibiet Regio gemeinsam an einer neuen Lösung zu arbeiten. Im Vordergrund steht ein Gesamtverkehrskonzept für diese Regionen.

Die weiteren Schwerpunkthemen im Geschäftsjahr 2013 der Baden Regio bildeten die regionale Entwicklungsstrategie (RES) sowie das regionale Entwicklungskonzept (REK). Ende Jahr wurde das Projekt pflegerische Anlauf- und Beratungsstelle gestartet. Zusammen mit der Forschungsstelle Pflegewissenschaften der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sollen die Grundlagen für spätere Entscheide erarbeitet werden. (DM)

Die Limmat als blaues Band sowie die Flanken von Heitersberg, Altberg und Lägern sollen als Erholungs- und Naturraum erhalten bleiben. Getrennt werden die Siedlungen des Limmattals durch sogenannte Querspangen. Dies sind Gebiete, die von Höhenzug zu Höhenzug quer durch das Limmattal laufen, und der Natur vorbehalten sind.

Eine dieser Querspangen, liegt zwischen den Gemeinden Wettingen und Würenlos beziehungsweise Killwangen und Neuenhof. Die Querspangen beeinträchtigen die Siedlungsentwicklungen nicht. Sie gewähren zudem, so Dieth, Handlungsfreiheiten ab der nächsten in etwa 20 Jahren beginnenden Planungsgeneration.

Die Basis für das Projekt Limmattalstadt ist eine Studie der ETH zur Zukunft des Limmattals. Dazu hatte sie die Ideenkonkurrenz «Perspektiven Raumentwicklung Limmattal» (Perl) lanciert. Daran beteiligt waren die Kantone Aargau und Zürich, die Planungsgruppen Baden Regio und Zürcher Planungsverband Limmattal (ZPL) sowie mehrere Gemeinden.

Die Büros Albert Speer und Partner GmbH, Frankfurt am Main, Astoc Architects and Planers, Köln, KCAP Architects+Planers, Rotterdam/Zürich und Metron Brugg wurden eingeladen, Vorschläge zu machen. Basierend auf diesen werden nun die Planungsarbeiten, diesmal unter dem Arbeitstitel Limmattalstadt GmbH, fortgesetzt. Unterstützt wird das Projekt auch durch das Bundesamt für Raumentwicklung.

Einigungsgespräche beginnen

Bereits weit fortgeschritten ist die Planung der Limmattalbahn. Sie soll, neben der S-Bahn, das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs werden. Während der öffentlichen Auflage sind 196 Einsprachen eingegangen, teilt die Limmattalbahn AG mit. Der Grossteil stamme von Landeigentümern entlang der Strecke.

Sie will möglichst viele der Einsprachen gütlich bereinigen und wird deshalb ab April die ersten Einigungsverhandlungen führen. «Wichtig ist, dass wir jetzt eine gute Feinerschliessung planen», sagt Dieth. Diese Aufgabe soll ergänzend zur Limmattalbahn von Ortsbussen übernommen werden. So ist in Spreitenbach ein Ersatz für den heute zum Bahnhof Dietikon fahrenden ZVV Bus vorgesehen.