Badenfahrt

Planer hatten zu viel versprochen: Schulhausplatz-Baustelle wird nicht rechtzeitig fertig

Blick auf den Schulhausplatz: links die Stadtturner-Beiz, Haltestelle der Spanischbrötlibahn, die durch den neuen Bustunnel fahren wird.

Blick auf den Schulhausplatz: links die Stadtturner-Beiz, Haltestelle der Spanischbrötlibahn, die durch den neuen Bustunnel fahren wird.

Die Grossbaustelle auf dem Schulhausplatz ist der einzige Schönheitsfehler in der Badenfahrt-Festkulisse.

«Bis zur Badenfahrt ist der Spuk vorbei» titelte die az im Mai 2014 nach einer Medienorientierung des Kantons. Damals war die Projektleitung der festen Überzeugung, dass die Arbeiten rund um den Schulhausplatz bis August 2017 beendet wären.

Die Realität ist nun eine andere: Der Schulhausplatz bleibt auch an der Badenfahrt eine Baustelle. Immerhin: Von der Vorstadt her gelangen Festbesucher bereits durch die neue Fussgängerebene unter dem Schulhausplatz hindurch ins Badenfahrt-Epizentrum. Und die Spanischbrötlibahn wird für die Einweihung des neuen Bustunnels diesen auch befahren können. Der Belag wurde eben eingebaut, das letzte Stück Bustunnel bei der Hochbrücke bleibt zwar noch Betonplatte.

Unter dem Schulhausplatz Baden entsteht ein Tunnel für Busse. Das gibt es in Europa bisher noch nirgends.

Unter dem Schulhausplatz Baden entsteht ein Tunnel für Busse. Das gibt es in Europa bisher noch nirgends.

(Tele M1, Mai 2017)

Baustart erst im Sommer 2015

Die Prognosen waren wohl damals etwas zu optimistisch. Bei der Auflage des Projekts gingen nämlich verschiedene Einwendungen ein, deren Behandlung mehr Zeit in Anspruch nahm, als vorgesehen war. Zu guter Letzt ging eine Einwenderin mit der Beschwerde noch vor das Verwaltungsgericht.

Der Start der Bauarbeiten am Schulhausplatz erfolgte dann Anfang Juli 2015, nachdem sich Kanton und Stadt mit der Beschwerdeführerin geeinigt hatten.
«Wir befinden uns heute dort, wie es geplant war», sagt Otmar Burchia, Baustellenleiter der Arbeitsgemeinschaft am Schulhausplatz. Er übernahm das Zepter, als das Baugesuchsverfahren vorbei war.

Der Projektleiter der Aarvia AG verweist darauf dass die Arbeiten im Fahrplan liegen würden, wenn es auch da und dort Verschiebungen gegeben habe.

Kontrollieren, flicken, grillieren: Ein 12-Stundentag mit Patrick Hauser auf der Schulhausplatz-Baustelle.

Kontrollieren, flicken, grillieren: Ein 12-Stundentag mit Patrick Hauser auf der Schulhausplatz-Baustelle.

April 2017

Badenfahrt wurde fast wichtiger

Die Badenfahrt habe in jüngster Vergangenheit fast ebenso hohe Priorität erhalten wie der Endtermin des Projekts, sagt Burchia. So wurde rechtzeitig der Belag rund um die «FahrBar», die Festbeiz des Stadtturnvereins, eingebracht, wo sich die Haltestelle der Spanischbrötlibahn befinden wird. Für sie ist der Bustunnel durchgängig befahrbar.

Er werde provisorisch beleuchtet und sei noch nicht fertig erstellt. Denn auf der Schlossbergseite müssen nach der Badenfahrt noch Massnahmen getroffen werden, um die alten Betonwände der Tunnelgarage zu entwässern. Das war laut Burchia im Projekt nicht vorgesehen. Die Festbeiz der Feuerwehr hat noch den grossen Baukran vor sich stehen. «Vom Bauablauf her kann er erst nach der Badenfahrt auf die Seite des Cordulaplatzes gestellt werden», so der Baustellenleiter.

Zurzeit läuft die dritte Bauetappe. Bruggerstrasse und Bustunnel sind bis auf die kleine Inselbaustelle eingangs der Bruggerstrasse zugedeckt, ebenso die neue Fussgängerpassage, die passierbar ist, wenn auch deren Bodenplatten erst im Bereich Falkengebäude gelegt sind. Der terrassierte Aufgang zum Cordulaplatz und zur Weiten Gasse ist erst Teil der vierten Etappe und wird nach der Badenfahrt erfolgen.

«Es war uns zeitlich nicht mehr möglich, die Passage fertigzustellen», sagt Burchia. So geht man in Richtung Weite Gasse derzeit über den nackten Betonboden, und muss vom Falkengebäude her einen Umweg in Kauf nehmen.

Der Platz vor dem Bezirksgebäude ist nahezu fertig erstellt, nur der Brunnen mit dem Obelisk fehlt. Einzelne Bauabläufe hätten sich aus technischen Gründen verschoben, so Burchia. Zum Schutz des Wurzelwerks der grossen Blutbuche auf dem Ländliplatz sowie der Buchen vor der Tannegg mussten die Fundamente anders gesetzt werden.

Im Schlussspurt: Drei Badenfahrt-Macher und ihre Bars.

Im Schlussspurt: Drei Badenfahrt-Macher und ihre Bars.

Sicherheitsmassnahmen getroffen

Weil es eben noch eine Baustelle ist, mussten verschiedene Massnahmen speziell für die Badenfahrt getroffen werden. Die Fussgängerrampe zum Cordulaplatz wurde verbreitert. Ebenso hat man der Sicherheit verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt. Wo notwendig würden Abschrankungen oder Beleuchtung verbessert, damit alkoholisierte oder übermütige Festbesucher nur im übertragenen Sinne des Wortes abstürzen können.

«Ich habe ein gutes Gewissen», erklärt Otmar Burchia kurz vor Festbeginn. Die Verantwortung für die Baustelle liegt auch während der Badenfahrt bei ihm. «Wir werden regelmässig Patrouillen an den neuralgischen Punkten vorbeischicken.». Es gibt einen Einsatzplan, wer jeweils an die Badenfahrt beordert wird und zwischendurch ein Auge auf die Baustelle werfen muss. Er werde dies ebenfalls tun, obschon er hoffe, die Badenfahrt auch mal geniessen zu können, sagt Otmar Burchia.

Vor der Baustelle – nach der Baustelle: Der Verkehrsfluss über den alten (links) und den neuen Schulhausplatz in der Simulation.

Vor der Baustelle – nach der Baustelle: Der Verkehrsfluss über den alten (links) und den neuen Schulhausplatz in der Simulation.

Teil der Maturarbeit der Badener Kantonsschühler Jan Appel und Lukas Lötscher.

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