Obersiggenthal
Planung stockt: Verhältnis zwischen Gemeinde und Eigentümer erschwert Entwicklung des Zentrums Markthof

3300 Quadratmeter gross ist das Areal beim Markthof in Nussbaumen. Die älteren Einfamilienhäuser sollen einer neuen Überbauung weichen, wünscht der Eigentümer. Doch noch liegt kein Gestaltungsplan vor.

Pirmin Kramer
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Das Areal vor dem Markthof-Hochhaus soll neu überbaut werden. Sandra Ardizzone

Das Areal vor dem Markthof-Hochhaus soll neu überbaut werden. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Mitten in Obersiggenthal, gleich hinter dem Einkaufszentrum Markthof, besitzt Ruedi Hurter (44) ein 3300 Quadratmeter grosses Areal.

Seit rund zehn Jahren möchte er die Entwicklung des Grundstücks vorantreiben; anstelle der älteren Einfamilienhäuser und eines in die Jahre gekommenen Mehrfamilienhauses will er eine dem Areal entsprechende Überbauung erstellen.

Doch die Planung stockt. Für Hurter ist klar warum: «Die Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern könnte schlechter nicht sein.»

Er habe von Beginn an sämtliche Parteien, die vom Projekt betroffen sein könnten, mit ins Boot geholt: Anwohner, Markthofvereinigung, Ortsbildschutz und natürlich auch den Gemeinderat, erzählt er.

Im Oktober 2014 habe er einen neuen Anlauf genommen und sich mit der Gemeinde darauf geeinigt, zuerst den Gestaltungsplan ausarbeiten zu lassen und erst danach einen Architekturwettbewerb durchzuführen.

Entsprechend beauftragte er ein Büro mit der Ausarbeitung eines Teilgestaltungsplans mit dem Namen «Schild Ost».

Ende des vergangenen Jahres reichte Hurter den überarbeiteten Gestaltungsplan bei der Gemeinde ein, vor wenigen Tagen erhielt er nun die für ihn enttäuschende Antwort: Der Gestaltungsplan wurde abgewiesen.

«Unter anderem mit der Begründung, der Gestaltungsplan entspreche nicht den qualitativen Anforderungen. Dies, obwohl wir, die Bauherrschaft, uns regelmässig und laufend mit den Gemeindevertretern getroffen und besprochen hatten.»

Hurter erklärt weiter: «Ich wäre bereit gewesen, der Gemeinde eine kleine Eckparzelle abzukaufen, die an mein Areal grenzt. Ich war bereit, einen mittleren sechsstelligen Betrag zu bezahlen – angesichts der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde sicher ein willkommener Beitrag.»

Hurter erwähnt diverse weitere Vorkommnisse, die ihn irritierten: So habe er im vergangenen Frühling den Gestaltungsplan zusammen mit seinem Projektteam Vertretern von Gemeinde, Baukommission und Ortsbildkommission präsentiert.

«Bis heute haben wir von den Kommissionen keine offizielle Stellungnahme zur Projektpräsentation erhalten.»

Nicht zuletzt ärgert Hurter, dass sich die Gemeinde nicht wie angeblich abgemacht an den anteiligen Kosten des Gestaltungsplanverfahrens beteilige. Es sei frustrierend, dass die Planung des Zentrumsprojekts nun bereits seit zehn Jahren blockiert sei. Die Gemeinde habe keine Vision, es fehle ein übergeordnetes Konzept betreffend Verkehr, Grünraum und Erschliessung, so Hurter.

Der Gemeinderat sei an einer qualitativ guten Entwicklung der Zentrumszone sehr interessiert, hält Ammann Dieter Martin auf Anfrage fest.

Aufgrund der Eigentumsverhältnisse sowie der geschichtlichen Entwicklung sei die weitere Entwicklung des Markthof-Areals allerdings sehr anspruchsvoll.

Auf die Erarbeitung des kürzlich abgelehnten Gestaltungsplans habe die Gemeinde keinen direkten Einfluss gehabt: «Der Gestaltungsplanentwurf musste unter anderem aufgrund eines veränderten Perimeters sowie fehlendem Nachweis verschiedener Qualitäts- und formalen Anforderungen zurückgewiesen werden.»

Die Antwort der Kommissionen sei indirekt via der entsprechenden Protokollauszügen des Gemeinderates erfolgt.

Für den Kauf der Eckparzelle habe die Gemeinde 2014 einen Vorvertragsentwurf erarbeitet, dazu aber noch keine Stellungnahme vom Grundeigentümer erhalten, erklärt Dieter Martin.

«In diesem Entwurf wäre auch die Beteiligung der Gemeinde geregelt gewesen. Doch wie erwähnt, haben wir noch keine Antwort erhalten – im Gegenteil: Der Grundeigentümer hat uns sogar betrieben.» Für eine vertrauensvolle und zielführende Zusammenarbeit sei ein solches Vorgehen nicht förderlich.