Baden

Planungsleitbild 2026: «Wir wollen auch die Aussensicht einbringen»

Interview mit dem Badener Stadtammann Stephan Attiger zum Planungsleitbild

Interview mit dem Badener Stadtammann Stephan Attiger zum Planungsleitbild

Die nächsten 25 Jahre sind für die Stadt und die Region Baden besonders herausfordernd. Allein die prognostizierte Zunahme der Bevölkerungszahl um fast 25 Prozent sowie die demografische Entwicklung stellen Baden vor einige Fragen.

Diese Fragen sollen im neuen Planungsleitbild 2026 beantwortet werden.

War das aktuelle Planungsleitbild in erster Linie ein politisches und verwaltungsinternes Strategiepapier, dem der Einwohnerrat jeweils seinen politischen Segen erteilte, so wird beim neuen mehr Gewicht auf den Entstehungsprozess gelegt. «Wir werden die Bevölkerung bewusst einbeziehen, sei es an öffentlichen Foren oder bei den Vernehmlassungen», erklärt Stadtammann Stephan Attiger. Die Strategiekommission wird als Begleitkommission eingesetzt.

Das Planungsleitbild hat auch eine koordinierende Rolle, indem es den verschiedenen Leitbildern aus den Ressorts und in den Fachbereichen Rechnung tragen soll. So wird auf die Leitbilder für Energie, Verkehr, Natur und Landschaft, Leben im Alter, Schule, Kultur und andere verwiesen.

Regionale Sicht inbegriffen

«Mit externen Experten und einem Beirat wollen wir bewusst die Aussensicht einbringen und das neue Planungsleitbild breit abstützen», fährt Attiger fort. Vermehrt stünden regionale Aspekte und Themen im Vordergrund. Da stellt sich laut Attiger die Frage, wie weit eine Übereinstimmung zwischen der Sicht in den Nachbargemeinden, in der Region allgemein und derjenigen der Stadt Baden verlangt ist. «Wir müssen uns zudem überlegen, wo Baden steuernd einwirken soll», sagt Attiger. Trotz oder gerade wegen der zunehmenden Schnelllebigkeit wird die Nachhaltigkeit, wie sie im Zwischenbericht 2002 zum Planungsleitbild 1998 eingeflossen ist, integraler Bestandteil aller Vorgaben sein.

Das Planungsleitbild ist in der Stadt Baden seit je her kein Papier für die Schublade, sondern eine Vorlage, die umgesetzt wird. Es dient dem Stadtrat als Grundlage, wenn er seine Legislatur- und Jahresziele setzt. Damit man bei einem Planungshorizont von zwölf Jahren korrigierend einwirken kann, gibt es alle vier Jahre einen Zwischenbericht.

Nebst dem viel diskutierten Thema Verdichten – aufgrund der geringen Landreserven der Stadt – stehen für die Bevölkerung die Bereiche Wohnqualität, Altersstruktur, soziale Zusammensetzung und Familien im Zentrum. Die Fragen, die sich dazu stellen, werden im «Planungsleitbild 2026» thematisiert. Auch das neue Leitbild wird Leitsätze, Zielsetzungen und Handlungsschwerpunkte enthalten. Spricht der Einwohnerrat in einer Woche den Kredit von 357000 Franken für das neue Planungsleitbild, kann der Start zügig erfolgen. Im Jahr 2014 soll es dem Einwohnerrat unterbreitet werden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1