Baden
Platz gemacht für die Zukunft: Ein letzter Blick in die Bäderhotels beim Thermalbad

Die Baubewilligung für den sogenannten Verenahof-Geviert ist noch nicht erteilt. Trotzdem wird Platz gemacht für die Zukunft: Damit die Hotels für die geplanten Bauarbeiten ausgemessen werden können, müssen Zimmer und Säle geräumt werden.

Pirmin Kramer
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Ein letzter Blick in die Bäderhotels beim Thermalbad
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Quellfassung im Verenahof-Untergeschoss. Im Bäderquartier gibt es total 18 Quellen, aus denen 1 Million Wasser pro Tag fliessen.
Efeu kämpft sich ins Treppenhaus, der Boden ist bedeckt mit Staub und Schutt.

Ein letzter Blick in die Bäderhotels beim Thermalbad

Sandra Ardizzone

Vergangene Woche hat die Stadt Baden die Baubewilligung für das Thermalbad erteilt. Eröffnet werden soll es im September 2018.

Noch ausstehend ist die Bewilligung für den Umbau der ehemaligen Bäderhotels Verenahof, Bären und Ochsen in eine Gesundheits- und Rehabilitationsklinik.

Trotz noch ausstehender Bewilligung wird im sogenannten Verenahof-Geviert in den kommenden Tagen bereits Platz für die Zukunft gemacht: Damit die Hotels für die geplanten Bauarbeiten zentimetergenau ausgemessen werden können, müssen Zimmer, Kammern und Säle geräumt werden.

Ein Augenschein zeigt: Wertvolles findet sich längst nicht mehr in den einst noblen Räumen, deren goldene Zeiten vor Dutzenden Jahren verstrichen sind.

Hier und dort steht ein Stuhl oder ein Kübel, in einigen Zimmern lassen sich liegengelassene Requisiten von Theateraufführungen finden. Begehrte Sammler-Objekte wie Möbel und Lampen wurden längst versteigert oder mitgenommen.

Im 1987 geschlossenen Bären hat der Zerfall die volle Macht übernommen. Die Wände schimmeln, der Boden ist bedeckt mit Staub und Schutt. Unter den bröckelnden Zimmerdecken hängt muffige Luft, die schon sehr lange nicht mehr eingeatmet wurde.

Die Hausabwartin warnt davor, gewisse Zimmer mit löchrigen Böden zu betreten: «Trauen Sie der Stille nicht, der Friede ist trügerisch.»

In einem anderen Stock stehen im Treppenhaus die Fenster offen, und der Efeu hat sich einen Platz im Gebäudeinneren erkämpft. Die zwei obersten Geschosse betritt die Hausabwartin nicht mehr – zu gefährlich.

Ähnlich heruntergekommen präsentiert sich der 1993 geschlossene Ochsen. Die Farbe auf den Tapeten lässt sich nur noch erahnen.

Der altersschwache Boden knarrt und quietscht, als ob jeder Menschenschritt schmerzen würde. Der Ochsen und der Verenahof, das dritte Hotel im Bunde, sind durch verwinkelte Gänge wie ein Labyrinth miteinander verbunden. 1848 erbaut und 2002 geschlossen, ist der Verenahof noch ein wenig besser erhalten als die Nachbar-Hotels. Hier kann man sich noch am besten vorstellen, wie gut gekleidete Gäste oder Zimmermädchen durch die Gänge liefen.

Aussen wird an den Hotels bei Umbau nicht viel verändert. Innen jedoch wird eine moderne Klinik mit 80 Einzelzimmern entstehen.