150 Millionen für neue Schulbauten in Baden bis ins Jahr 2020: Das offenbart der neuste Investitionsplan, der dem Budget 2014 der Stadt Baden beiliegt.

Diese Kostensteigerung wird bei der Stadt bestätigt. Es gibt sogar Stimmen, die mit einer noch höheren Investitionssumme rechnen.

Schulraumplanung im Verzug

Die lange Ungewissheit im Bildungswesen hätte dazu geführt, dass nun die notwendigen Schulbauten in gedrängtem Programm realisiert werden müssten, sagt Stadtammann Geri Müller.

«Wir konnten diese Vorhaben nicht vorher anpacken.» Auch die massive Kostensteigerung begründet Müller damit, dass erst jetzt der Bericht zur Schulraumplanung vorliege und vorherige Zahlen auf groben Schätzungen basiert hätten.

Für den Raumbedarf beider Schulstufen wurden Testplanungen durchgeführt. Ende Januar 2014 hätte das Paket «Schulraum Baden 2020» in den Einwohnerrat gelangen sollen.

Das komplexe Projekt, in das mehrere Abteilungen, Schulleitungen und Schulpflege eingebunden sind, habe mehr Zeit in Anspruch genommen, entschuldigt Müller.

Der Einwohnerrat wird das Paket erst im März 2014 behandeln können. Thema dürfte der Schulraum aber bereits bei der Debatte ums Budget 2014 sein. Denn dort tauchen erste kostspielige Provisorien schon als Budgetkredite auf.

Überall akuter Raumbedarf

Alle Gemeinden mit Quartierschulhäusern würden Engpässe zu beheben haben, lautet die nüchterne Feststellung von Stadtammann Geri Müller.

Allein die Harmonisierung mit der Umstellung auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Sekundarstufe I sowie das zweite obligatorische Kindergartenjahr würden mehr Raum erfordern, ebenso die neuen Lehr- und Lernformen.

Ausserdem hat sich der Einwohnerrat für ein umfassendes Tagesbetreuungsangebot ausgesprochen, das in den Raumprogrammen berücksichtigt werden müsse.

Die laufenden Abklärungen durch das Raumentwicklungsbüro Metron würden den Raumbedarf bestätigen. Für 2023/24 werden für die Primarstufe 1650 (heute 1100) Schülerinnen und Schüler prognostiziert, für die Sekundarstufe I deren 900 (heute 1100).

Die Investitionskosten sind laut Stadtammann Müller aber noch nicht definitiv. «Beim Raumbedarf haben wir wenig Spielraum, dafür beim Ausbaustandard und beim zeitlichen Ablauf der Realisierung», fügt Müller an.

Das Sekundarstufenzentrum Burghalde, zugleich grösster Brocken, will die Stadt zügig an die Hand nehmen. Einige Vorhaben würden sich etappiert ausführen lassen.

Laut Geri Müller ist die finanzielle Situation deswegen keineswegs bedrohlich. «Steuerseitig sind die Aussichten bis 2017 gut. Und wir haben in den vergangenen investitionsarmen Jahren die Schulden massiv abbauen können.»

Weil auch die Restbauschuld bei der Berufsschule verfrüht abgetragen beziehungsweise vom Kanton zurückbezahlt wurde, verfüge die Stadt über genügend freies Geld. «Und wir profitieren zurzeit auf der Darlehensseite von sehr tiefen Zinsen», fügt der Stadtammann an.