Wettingen

Plus in der Kasse dank mehr Reichen

Geht es gut: Wettingen.

Geht es gut: Wettingen.

Die Rechnung 2010 schliesst um 3,05 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Muss sich die Gemeinde den Vorwurf gefallen lassen, zu pessimistisch budgetiert zu haben?

«So schön, wie sich das Wetter zum Frühlingsanfang präsentiert, so schön präsentieren sich auch die Zahlen der Rechnung 2010», sagt der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth etwas überschwänglich. Doch auch bei nüchterner Betrachtung lässt sich der Abschluss 2010 durchaus sehen.

Bei einem Gesamtumsatz von 100,5 Mio. Franken (inklusive Eigenwirtschaftsbetriebe) liegt die Eigenfinanzierung mit 7,6 Mio. Franken erstmals wieder seit 2005 über den Nettoinvestitionen von 6,9 Mio. Franken. Mit anderen Worten, die Gemeinde konnte im vergangenen Jahr alle Investitionen aus dem eigenen Sack bezahlen. Die hierfür massgebende Kennzahl - der Selbstfinanzierungsgrad - beträgt neu 109,4 Prozent; 2009 lag er noch bei 63,2 Prozent. Unter dem Strich schliesst die Rechnung 2010 um 3,05 Mio. Franken besser ab als budgetiert - zusätzliche 3,77 Mio. Franken konnten abgeschrieben werden.

Zu pessimistisch budgetiert?

Davon will Gemeindeammann Dieth nichts wissen: Beim budgetierten Nettoaufwand von 42,2 Mio. habe man nahezu eine Punktlandung hingelegt. «Das ist der Beweis dafür, dass unser Finanz- und Budgetcontrolling greift», so Dieth.

Das Plus sei auf die Mehreinnahmen bei den Steuererträgen zurückzuführen, erklärt Martin Frey, Leiter Finanzabteilung. So entspreche die Ergebnisverbesserung in etwa den Mehreinnahmen. «Die vom Bund und Kanton im Jahre 2009 für das Budget 2010 gemachten Prognosen im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise haben sich zum Glück nicht bewahrheitet.» Frey betont, dass alle Steuerarten zum erfreulichen Ergebnis beigetragen hätten.

Bei der Einkommenssteuer habe sich die Steuerkraft je Einwohner von 2783 auf 2973 Franken verbessert. «Die Gründe hierfür liegen sicher beim gestiegenen Volkseinkommen, aber auch beim Standortvorteil von Wettingen wegen des tiefen Steuerfusses von heute 89 Prozent», ist Dieth überzeugt. Tatsächlich sind innerhalb der Einkommens- und Vermögensstruktur bei den Steuerpflichtigen in den oberen Segmenten Zunahmen zu verzeichnen.

Bald hohe Kosten für Gemeinden

Auch die Eigenwirtschaftsbetriebe Abwasserbeseitigung und Abfallbewirtschaftung schliessen besser ab als budgetiert. Und die Nettoschuld konnte von 12,9 Mio. auf 12 Mio. Franken gesenkt werden.

«Natürlich ist es schön, dass die Gemeinde finanziell auf gesunden Beinen steht», sagt Markus Dieth. Bestimmt würden sich jetzt einige fragen, weshalb der Steuerfuss überhaupt von 87 auf 89 Prozent habe erhöht werden müssen.

Diesen kritischen Stimmen entgegnet Gemeindeammann Dieth: «In Zukunft werden im Zusammenhang mit der Lastenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden erhebliche Aufwendungen auf die Gemeinden zukommen.» Alleine in den Jahren 2012 bis 2014 ist mit rund einer halben Milliarde Franken zu rechnen, welche die Aargauer Gemeinden gemeinsam zu tragen haben. Dieth: «Deshalb bin ich froh, sagen zu können: Wettingen ist gesund und fit für die Zukunft.»

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