Podiumsdiskussion
Landammann Stephan Attiger sprach mit lokalen Politikern über Wettingens künftige Entwicklung

Wie wird das 21'000-Einwohner-Dorf im Jahr 2035 aussehen? Dazu liefert das «Regionale Entwicklungsleitbild» Antworten. Am Montagabend brachte Gemeindeammann Roland Kuster gemeinsam mit dem Regierungsrat rund 120 Interessierten das Thema näher.

Alexander Wagner
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Regierungsrat und Landammann Stephan Attiger, der in Baden wohnt, am Infoanlass im Tägi.

Regierungsrat und Landammann Stephan Attiger, der in Baden wohnt, am Infoanlass im Tägi.

Alexander Wagner

Wettingen ist zentral gelegen und gut erreichbar. Zudem liegt das Dorf in der bedeutendsten Wohn- und Wirtschaftsregion des Kantons. Diese Standortvorteile will Wettingen erhalten und ausbauen – und schaut dafür weit in die Zukunft. «Wir wollen Optionen für die Zukunft bereithalten», erklärte Regierungsrat und Landammann Stephan Attiger (FDP) an einem Informationsanlass in Wettingen am Montagabend zum kompliziert klingenden Thema «Regionales Entwicklungsleitbild REL». Um Qualität steuern zu können, müsse man planen, ergänzte Gemeindeammann Roland Kuster (Mitte).

Das REL dient als Grundlage für die bevorstehende Revision der kommunalen Nutzungsplanung. Um die Bevölkerung darüber aufzuklären, hatte die Gemeinde Personen aus Politik und Wissenschaft zur Podiumsdiskussion eingeladen. Neben Attiger kamen auch der Badener Stadtrat Benjamin Steiner (Team Baden) zu Wort wie auch Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster, die Wettinger SP-Einwohnerrätin Christa Camponovo wie auch Michaela Türtscher, Mitglied der hiesigen Ortsbildkommission.

V.l.n.r.: SP-Einwohnerrätin Christa Camponovo, Gemeindeammann Roland Kuster, Regierungsrat Stephan Attiger, Ortsbildkommissions-Mitglied Michaela Türtscher und Badens Stadtrat Benjamin Steiner.

V.l.n.r.: SP-Einwohnerrätin Christa Camponovo, Gemeindeammann Roland Kuster, Regierungsrat Stephan Attiger, Ortsbildkommissions-Mitglied Michaela Türtscher und Badens Stadtrat Benjamin Steiner.

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Knapp 120 Personen fanden den Weg an den Anlass im Tägi. Wettingen soll auch 2035 eine Gartenstadt, aber gleichzeitig auch eine Generationenstadt und Sportstadt sein. Mit dem REL «Wettingen 2035» zeichnet der Gemeinderat ein Bild, wie sich Wettingen in dieser Zeit entwickeln, verändern und wachsen soll.

Viele gehen von einem markanten Wachstum der Gemeinde Wettingen aus. Berechnungen sagen voraus, dass 2035 rund 26'000 Menschen im Dorf leben werden. Trotz dieses voraussehbaren Wachstums soll es keine weitere Zersiedelung geben. «Wir müssen nicht wachsen. Es ist wirklich kein Müssen», betonte Gemeindeammann Kuster. «Aber wir wollen darauf vorbereitet sein.»

Deshalb sei die Innenentwicklung ein zentrales Thema. Wettingen soll zuerst nach innen wachsen und sich nicht weiter ausdehnen und Ackerland verbauen. Heute gibt es rund 8000 Pendlerinnen und Pendler in Wettingen, die entsprechende Verkehrsströme verursachen. Wenn an der Peripherie neue Arbeitszonen und damit Arbeitsplätze geschaffen werden können, ist die Chance gross, dass auch die Zahl der Pendlerinnen und Pendler abnehmen werde. Denn nach 2035 werde es wohl unausweichlich, trotzdem weiter zu wachsen. Ein mögliches Gebiet dafür sei die «Obere Geisswies».

Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster (l.) und Regierungsrat Stephan Attiger (r.) aus Baden.

Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster (l.) und Regierungsrat Stephan Attiger (r.) aus Baden.

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Limmattalbahn sorgte für Diskussionen

Ein mögliches Szenario ist eine S-Bahn Haltestelle im Tägi, als Weiterführung der Limmattalbahn. Diese gab denn auch einiges zu reden, ist es doch nach wie vor offen, ob und wo diese durchführen könnte. «Doch wir sind nicht alleine», erklärte Kuster und Badens Stadtrat Benjamin Steiner nahm seinen Steilpass an. «Uns beschäftigen die gleichen Themen», bestätigte er.

Trotzdem sei es nicht möglich, ein räumliches Entwicklungsleitbild für die gesamte Region zu machen. «Denn der Teufel liegt im Detail», weiss Steiner, und diese Details müsse jede Gemeinde mit ihren spezifischen Eigenheiten für sich lösen. Aber die Zusammenarbeit und der Austausch über Themen, welche die gesamte Region beschäftigen, sei gewährleistet, sei dies über den regionalen Planungsverband «Baden Regio» oder den bilateralen Weg.

«Uns beschäftigen die gleichen Themen», sagte Badens Stadtrat Benjamin Steiner am Infoanlass.

«Uns beschäftigen die gleichen Themen», sagte Badens Stadtrat Benjamin Steiner am Infoanlass.

Alexander Wagner

Die Arbeiten am REL laufen schon seit über zwei Jahren. Sowohl der Gemeinderat wie auch der Einwohnerrat und zahlreiche Experten hätten sich darüber die Köpfe zerbrochen und daran gefeilt. Doch neben all den Plänen, Paragrafen und Berichten ging es um die zentrale Frage: «Ist es uns wohl hier? Leben wir gerne hier?», brachte es Gemeindeammann Kuster auf den Punkt. Auch von aussen betrachtet habe sich die Arbeit gelohnt, betonte Stadtrat Steiner:

«Wettingen ist auf einem guten Weg und vorbildlich finde ich die Mitwirkung der Bevölkerung.»

Aber er hütete sich davor, Wettingen noch weitere Tipps zu geben, genauso wie Landammann Attiger. «Ich wünsche Wettingen viel Durchhaltewillen und dass sie es schaffen, das Ganze in Paragrafen zu giessen, die auch das wiedergeben, was ausgearbeitet wurde», betonte der Regierungsrat.

Beim anschliessenden Apéro wurde fleissig weiterdiskutiert. Der Prozess im REL geht nahtlos weiter: «Wir müssen weiter an die Arbeit», meinte Kuster abschliessend, denn die finale Version des Entwicklungsleitbilds wird wohl erst 2025 dem Regierungsrat vorgelegt werden.

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