Zwei Auftritte waren ausgemacht, wegen der grossen Nachfrage gab es am Sonntagabend noch eine Zugabe. Drei Mal restlos ausverkaufte Konzerte – Mani Matter, wäre er noch unter uns, hätte seine Freude gehabt. Dem Nachlass des Schweizer Liedermachers widmet sich «Mattermania» seit einem guten Jahrzehnt.

Wobei: Drei Männer, die die von Matter stets solo vorgetragenen Lieder spielen? Sind da nicht zwei zu viel? Sind sie nicht, wie in der Kultschüür festzustellen war. Denn Mänu, mit zivilem Namen Ivo E. Roesch, Mättu (Gabriel Kramer) und Simu (Simon Zürrer) packten nie mehr drauf, als nötig.

Sie setzten ein paar wenige und einfache Requisiten ein: roter Luftballon, Ei, Löffel, Trichter und anderes Küchengerät. Auch das Instrumentarium war überschaubar – Gitarre, Mandoline, Kontrabass, Mundharmonika, zweitastiges Xylofon in der Westentasche, ausserdem ein Jazzbesen, der bei «Chueh» als imaginäre Farbpalette zum Einsatz kam.

Das Beste war jedoch der Gesang. Mal solo, mal zwei- oder dreistimmig. An vorderster Front war der Kleinste der Dreien, zugleich der Lauteste. Mänu bewegte sich mit hinreissender Agilität durch das Programm und war der Grund, weshalb es ständig etwas zum Grinsen oder Lachen gab.

Die humoristischen Einlagen taten den bekannten, eigentlich nie von Staub bedeckten Liedern gut. Egal, ob «Eskimo», «Betrachtige über nes Sändwitsch» oder «Zündhölzli» – das Trio behandelte die Lieder einerseits mit Respekt, andererseits aber auch recht eigensinnig mit Witz, kuriosen Einlagen, künstlichen Pausen und Krach, wie bei «Dr Sidi Abdel Assar vo El Hama», als der Exilmettauer Gabriel Kramer beim Gitarrensolo fast den Boden unter den Füssen verlor.

Politisch korrekt war nichts wirklich. Dafür sorgen ja schon die Originale, deren Absurdität, Irrationalität und extreme Spannung «Mattermania» überzeugend inszenierten. Die Essenz der Lieder, ihre Volksliedhaftigkeit, hatte das Trio stets im Blick, oder besser noch: im Gehör.

Weiterhin auf Achse

«Eigentlich spielt es keine Rolle, ob man Raucher ist oder nicht, aber sicher hat schon jeder ein Zündhölzli angezündet», erklärte Martin Willi, Betriebsleiter der Kultschüür. Zwei Stunden lang konnten die Gäste den Alltag hinter sich lassen, sich den philosophischen Betrachtungen des bekanntesten aller Schweizer Troubadours ergeben.

Ein Zündhölzli ist zum Glück nur im gleichnamigen Lied auf den Boden gefallen. Die Welt ist nicht in Flammen aufgegangen, was gut ist, weil «Mattermania» auch nach Laufenburg auf Achse bleiben. Nächste Gelegenheit, um das Trio zu erleben, ist Mittwoch, 1. August, in Baden, Bundesfeier. Oder Samstag, 24. September, Wittnau, Pfarrhofestrich.