Mustang-Treffen
Ponys sind seine Leidenschaft

Schon als Vierjähriger schwärmte der Fislisbacher René Suter für den Ford Mustang.

Elia Diehl
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Haben fast den gleichen Jahrgang: René Suter und sein Ford Mustang - am Mustang-Treffen auf dem Birrfreld.

Haben fast den gleichen Jahrgang: René Suter und sein Ford Mustang - am Mustang-Treffen auf dem Birrfreld.

Anika Bütsch

Ihre Wege kreuzten sich schon in den 60ern. Ihre Liebesgeschichte dauert bis heute an. Beide feiern sie dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum – der Ford Mustang und René Suter. Die Geburtsstunde des Kultautos – Übername Pony – schlug am 17. April 1964. Rund einen Monat später kam Suter zur Welt. Heute ist der Fislisbacher selbst Vater zweier Töchter und Präsident des Mustang Club of Switzerland, der gestern am 5. Treffen auf dem Flugplatz Birrfeld das 50-jährige Bestehen des Klassikers feierte.

800 bis 1000 Autos aus einem halben Jahrhundert konnten die rund 5000 Besucher bestaunen. Darunter auch Suters ganzer Stolz: ein rotes Mustang-Cabrio der allerersten Modell-Reihe – Baujahr 1965. Seit 30 Jahren ist er im Besitz des Kriminaltechnikers der Kriminalpolizei Aargau. «Er ist vollkommen im Originalzustand», schwärmt René Suter, das Auto sei unverändert, nicht restauriert. Nachbauten wolle er keine, «ich bin eben ein Original-Fetischist».

Seinen ersten Mustang kaufte sich der Polizist bereits mit 18 Jahren. Der 73er war gleichzeitig sein erstes Auto. «Damals konnte man sich das leisten», sagt René Suter, «der Mustang war immer ein Auto fürs Volk, nicht elitär.» Somit ist ihm der finanzielle Wert auch nicht wichtig. «Das Schönste ist das Fahren», sagt er, das sei doch der Sinn. Zwar ist der Klassiker kein Alltagsauto, dennoch macht Suter rund 2000 Kilometer jährlich, meist mit dem Mustang Club. Das Auto gehört zur Familie Suter dazu, dennoch bleibe es ein Gegenstand aus Blech. «Die Menschen sind immer wichtiger.» Im Klub gehe es darum, Erlebnisse und eine Leidenschaft zu teilen.

René Suter entdeckte diese bereits mit vier Jahren. In der Hand hält er ein Autoquartett aus den 60er-Jahren, eines von vielen historischen Stücken seiner Mustang-Sammlung, die 600 bis 700 Modellautos oder Original-Prospekte aller Jahrgänge umfasst. «Nicht das beste Auto war mein Favorit, sondern der da», sagt Suter und zeigt auf den Mustang auf einer leicht vergilbten Karte.

Den Mustang-Virus hat er auch an seine 18- und 20-jährigen Töchter weitergegeben, fahren dürfen sie den 65er aber (noch) nicht. «Nur wegen der Sicherheit», sagt der Kantonspolizist. Keine Kopfstützen, keine Sicherheitsgurte, alte Trommelbremsen – da bedürfe es einer defensiven Fahrweise. «Dasch kes Blöfferauto. Met dem tuesch ned frääse, sondern gmüetlech cruise.»

Für Suter ist der Mustang-Oldtimer auch Sinnbild des Lebensstils der 60er in den USA – «das kitschige Surfer-Leben». Amerikanisch – das gefällt ihm; in den Ferien gehts meist nach Florida, dort verbrächte er gerne seinen Lebensabend. Die Sammelstücke sind aber hauptsächlich in Keller und Garage. «Meine Frau schaut zum Glück, dass es in der Wohnung nicht überhandnimmt.»

In der Garage steht seit letztem Jahr auch ein zweiter Mustang, ein sogenannter King Cobra von 1978. «Die sind äusserst selten», sagt Suter, der Verkäufer sei sich nicht bewusst gewesen, was er da hat, trotz Motorschaden. Denn das weisse Auto ist ein Einzelstück. Ein Jahr lang suchte René Suter nun in den USA alle Originalteile zusammen. Die technischen Arbeiten lässt er nun von Mechanikern machen. Und in zwei Jahren kann er auch die «Schlange» am 6. Mustang-Treffen im Birrwil präsentieren.