Baden
Popeye lässt im Kulturlokal Royal die Lachmuskeln spielen

Ohne Spinat geht bei Popeye gar nichts. Im Kulturlokal Royal beginnt die neue Saison am Wochenende mit viel Klamauk – und einigen Neuerungen.

Corinne Rufli
Merken
Drucken
Teilen

Der beschränkte Seemann mit Muckis hat schlechte Manieren und prügelt gerne. Mit der Pfeife im Mundwinkel und seiner launischen Freundin Olivia lässt sich der Comic-Held auf Abenteuer ein.
Liebe und Hiebe als Comic
Popeyes neuester Streich wird im Kulturlokal Royal gezeigt. An der Saisoneröffnung inszeniert der Club 111 «Popeye's Godda Blues». Ein schräger Theater-Comic, dem weder derbe Witze, Schlägereien, Liebe noch Eifersuchtsszenen fehlen. Ohne Worte, dafür mit viel Körpersprache, live produzierten Geräuschen und einem Hellraumprojektor kommt es zum wilden Comic-Strip auf der Bühne. Regisseurin des Stücks ist Meret Matter, Tochter von Mani Matter.
«Das Stück ist lustig, schrill und gewalttätig», erzählt Frenzy Biedermann, die für das Programm im «Royal» mitverantwortlich ist. Sie freut sich auf die zweite Saison im vorläufig geretteten und zu einem Kulturlokal umgebauten Traditions-Kino.
Die neue Saison bringt einige Neuerungen: «Wir haben ein paar Renovationen gemacht», sagt Biedermann. «Da wir uns im letzten Jahr einen Namen gemacht haben, können wir uns jetzt mehr leisten.» Konkret heisst das, dass vermehrt internationale Bands gebucht werden konnten. Besonders freut sie sich auf die deutsche PostRock Indie-Band Blackmail, aber natürlich auch auf die Schweizer Punker Baby Jail.
Die Anziehungskraft des Lokals reicht weit über die Badener Grenzen hinaus. Zumindest bis nach Zürich. «Das Royal ist nicht überrenoviert, aber auch kein heruntergekommenes besetztes Haus - dieser Charme scheint den Leuten zu gefallen», sagt Biedermann.
Platz für obdachlose Kultur
Auf dem Programm stehen diesen Herbst Konzerte, Theater und Indiefilme. One of a Million, Stoffwechsel, Leinwanddisco und Sputnik Royal bleiben erhalten. «Wir haben obdachlosen Kulturmachern Platz für ihre Veranstaltungen gegeben, denn mehr Raum für Kulturprojekte hat es in Baden nicht gegeben», sagt Biedermann. Während die Stadt Baden das Lokal im ersten Jahr noch finanziell unterstützte, steht es jetzt auf eigenen Beinen und ist unabhängig. Neun Kulturliebhaber engagieren sich seit Beginn ehrenamtlich für das «Royal». «Wir sind sehr wenige Leute, die sehr viel machen», sagt Biedermann. «Das zehrt schon an den Kräften, aber wir machen das gerne.»