Neuenhof
Positive Rechnung – Steuerfusssenkung ist aber kein Thema

Die Rechnung 2015 hat um 1,5 Mio. Franken besser abgeschlossen als budgetiert. Gemeindeammann Susanne Voser erklärt, weshalb eine Steuerfusssenkung derzeit trotzdem kein Thema ist.

Martin Rupf
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«Die Zahlen zeigen ganz klar, dass Neuenhof an Attraktivität zugelegt hat.»

«Die Zahlen zeigen ganz klar, dass Neuenhof an Attraktivität zugelegt hat.»

Alex Spichale

Die Rechnung 2015 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1,4 Mio. Franken. Im Jahr zuvor schloss die Rechnung noch mit einem Aufwandüberschuss von 54 846 Franken ab. Der erfreuliche Abschluss sei vor allem auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen, teilt die Gemeinde mit.

Vor allem bei den natürlichen Personen wirkt sich ein Plus von 1,6 Mio. Franken aus. «Davon sind aber 900 000 Franken als einmalig zu betrachten», sagt Hanspeter Frischknecht, Leiter Finanzen bei der Gemeinde Neuenhof. Der Betrag resultiere aus dem konsequenten Anpassen der Steuererträge an die Selbstdeklaration. Sehr erfreut ist Frischknecht über das Plus von 700 000 Franken aufgrund der Bevölkerungszahl und das Plus von rund 500 000 bei den Aktien- und Quellensteuern. «Nicht nur die Einwohnerzahl hat zugenommen, sondern insbesondere auch das Steuersubstrat der Zugezogenen», sagt Frischknecht. «In den letzten drei Jahren haben die Zugezogenen in der Regel ein höheres Steuersubstrat ausgewiesen als diejenigen, welche aus Neuenhof weggezogen sind.» Frischknecht glaubt, dass Neuenhofs Finanzstruktur heute so aufgestellt ist, «dass wir in der Lage sein werden, die Zinsen und Amortisationen für unsere Schulden zu bezahlen». Der Finanzverwalter geht davon aus, dass die Schulden infolge der grossen Investitionen in ein paar Jahren bis zu 40 Mio. Franken steigen werden. «Ziel ist es, die Schuldenlast bis 2030 auf eine mittlere Verschuldung von 1500 bis 2000 Franken pro Einwohner hinunterzubringen», blickt Frischknecht voraus.

«Strategie Vorwärts» zahlt sich aus

Nicht zuletzt haben die 3,42 Mio. Franken aus dem Finanz- und Lastenausgleich der Gemeinde ermöglicht, die anstehenden Investitionen zu finanzieren. Im Jahr 2015 investierte die Gemeinde rund 7,7 Mio. Franken. Das sind 2,3 Mio. Franken weniger als budgetiert.

Frau Gemeindeammann Susanne Voser zeigt sich erfreut über die positive Rechnung. «Die Zahlen bei den natürlichen und juristischen Personen zeigen ganz klar, dass Neuenhof an Attraktivität zugelegt hat.» 2013 wurde in Neuenhof der Steuerfuss von 98 auf 115 Prozent angehoben. Könnte eine Steuerfusssenkung nach der erfreulichen Rechnung ein Thema werden? «Die Rechnung zeigt in die richtige Richtung; die ersten Effekte unserer ‹Strategie Vorwärts› machen sich bemerkbar.» Doch um die künftigen Investitionen – vor allem im Bildungsbereich – stemmen zu können, sei man auf den jetzigen Steuerfuss angewiesen. Voser: «Und in naher Zukunft auch auf den kantonalen Finanz- und Lastenausgleich, wobei es natürlich unser Ziel ist, von diesem längerfristig weniger zu erhalten, weil wir unsere Aufgaben selber finanzieren können.»

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